Berlin – Deutschlands Autobauer verlieren international weiter den Anschluss. Eine neue Analyse der Beratungsgesellschaft EY zeigt: Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz sind schlecht ins Jahr 2026 gestartet. Der Gewinn der drei deutschen Autokonzerne sank im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent. Bedeutet: Nach Abzug wichtiger Kosten blieb deutlich weniger Geld übrig.
Ganz anders läuft es bei der Konkurrenz aus den USA. Hersteller wie Ford, General Motors und Tesla steigerten ihren Gewinn um 83 Prozent. Auch beim Umsatz fallen die Deutschen zurück. VW, BMW und Mercedes machten zusammen vier Prozent weniger Umsatz. Die amerikanischen Hersteller legten dagegen um fünf Prozent zu, japanische Autobauer um vier Prozent.
Das sind die größten Probleme der Autobauer
Constantin M. Gall, Autoexperte von EY, sagt: „Die Krise ist gerade für die deutschen Autokonzerne längst noch nicht überwunden.“ Die Branche habe gleich mehrere Probleme: Wichtige Auslandsmärkte brechen weg, Fabriken sind nicht voll ausgelastet, neue Software kostet viel Geld, und Elektroautos kommen langsamer voran als erhofft.
Besonders groß ist das Problem in China. Der Markt war jahrelang eine Goldgrube für VW, BMW und Mercedes. Jetzt kaufen dort immer weniger Menschen deutsche Autos. Im ersten Quartal brach der Absatz der deutschen Hersteller in China um 16 Prozent ein. Gall sagt: „Von der Cashcow zum Sorgenkind: China bleibt eines der größten Probleme für die deutschen Konzerne.“ Heißt: Aus dem früheren Gewinnbringer ist ein Risiko geworden.
China kauft lieber chinesisch
Ein Grund: Viele chinesische Kunden greifen bei Elektroautos lieber zu heimischen Marken. Die sind oft günstiger und technisch stark. Teure deutsche Modelle verkaufen sich wegen der schwachen Wirtschaft in China schlechter. Auch in Deutschland wird die Lage schwieriger. Gall warnt, die Produktion sei hierzulande zu teuer. In anderen Ländern könnten Autos günstiger gebaut werden, etwa wegen niedrigerer Löhne, geringerer Energiekosten oder staatlicher Hilfen.
Sein bitteres Fazit: „Insgesamt bietet Deutschland wenig Anreize, hier noch Industrieproduktion im großen Stil aufrechtzuerhalten.“