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2 Tote in 21 Sekunden! Amokfahrer raste mit Tempo 90 in Fußgängerzone

2 Tote in 21 Sekunden! Amokfahrer raste mit Tempo 90 in Fußgängerzone
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Leipzig – Es schien, als sei er psychisch krank. Doch ein Gutachter hält Jeffrey K. (34) für schuldfähig. Der Haustechniker war im Mai 2026 mit Tempo 90 in die Leipziger Fußgängerzone gerast. Laut Staatsanwaltschaft tötete der Deutsche nicht nur zwei Menschen, er wollte mindestens 85 weitere umbringen. Das Motiv scheint unglaublich: Mordete der Hobby-Boxer, weil seine Beziehung scheiterte?

Sechs Monate nach der schrecklichen Tat begann der Prozess am Montag am Leipziger Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten u. a. zweifachen Mord und versuchten Mord in 85 Fällen vor, zudem gefährliche Körperverletzung in acht Fällen. Vier Menschen wurden vom weißen VW Taigo erfasst, vier weitere Personen wurden verletzt, als sie wiederum von anderen Menschen getroffen wurden, die nach dem Aufprall durch die Luft flogen.

Der angeklagte Haustechniker war seit seiner Festnahme in einer psychiatrischen Klinik untergebracht, doch laut Gutachter gebe es keine Hinweise auf eine verminderte Schuldfähigkeit.

Amokfahrt dauerte 21 Sekunden

Die Anklage ist gut 130 Seiten lang. Oberstaatsanwalt Ulrich Jakob (52) liest sie vor, die Details sind furchtbar. Fritz K. (77) aus Leipzig wurde bei der Amokfahrt über die Motorhaube geschleudert. Seine Bauchschlagader riss bei der brutalen Kollision. Er starb. Dann erfasste der Wagen Sonja F. (63) aus Oberfranken. Die Frau wurde in die Luft katapultiert, landete auf dem Autodach und starb. Ihr Mann erlitt unzählige Knochenbrüche. Die Amokfahrt dauerte nur wenige Augenblicke. In 21 Sekunden wurden viele Leben zerstört.

Jeffrey K. hört der Aufzählung des Grauens auf der Anklagebank zu. Er starrt in den Raum, wirkt fast verlegen. Und bleibt stumm.

Anklage wegen Mordes aus Heimtücke

Ausgesagt hat der Amokfahrer bislang nicht. Die Anklage geht davon aus, dass er sich mit der Tat an seiner Frau rächen wollte, die sich von ihm getrennt und das Sorgerecht für das gemeinsame Kind haben wollte.

Angeklagter äußert sich nicht

Zu Prozessbeginn verliest Pflichtverteidiger Dr. Malte Heise (69) eine Eröffnungserklärung, spricht von einer „menschlichen Tragödie von erschütterndem Ausmaß“. Sein Mandant schweigt, er würde „keine angemessenen Worte“ finden. Möglicherweise wird der Angeklagte sich gar nicht äußern. Die Verteidigung will offenbar weiter die psychische Erkrankung von Jeffrey K. in den Vordergrund stellen. Heise: „Die Schwere einer Tat und das Maß persönlicher Schuld sind möglicherweise nicht identisch.“ Sein Mandant habe die Tat nicht wegen einer Kränkung, sondern aus nervlicher Überforderung, Hilflosigkeit und Verzweiflung begangen. Die Sorgerechtsklage wurde ihm angeblich zugestellt, als Jeffrey K. in einer Nervenheilklinik Hilfe suchte – eine weitere „Zuspitzung“.

Taxifahrer zog Täter aus dem Auto

Die Amokfahrt von Jeffrey K. endete am 4. Mai an einem Poller nahe der Thomaskirche in Leipzig. Taxifahrer Abderrahim T. (34) griff ein und zog Jeffrey K. aus dem Wagen. Zu BILD sagte der Algerier: „Ich will kein Held sein. Ich habe nur aus Menschlichkeit gehandelt, ohne nachzudenken.“

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