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Zwischen Brüssel und Straßburg: EU-Kommissare sauer über Fahrten mit E-Autos

Zwischen Brüssel und Straßburg: EU-Kommissare sauer über Fahrten mit E-Autos
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Brüssel – Es rumort in der EU-Kommission! Der Grund: Die Elektro-Dienstwagen der EU-Kommissare schaffen die rund 440 Kilometer lange Strecke zwischen den Standorten Brüssel und Straßburg laut Mitarbeitern mehrerer Kommissarsbüros oft nicht ohne Zwischenstopp. Deshalb gehört eine Ladepause in Luxemburg offenbar mittlerweile zum Alltag.

Wie POLITICO berichtet, das wie BILD zum Axel Springer Global Reporters Network gehört, wächst der Frust im Umfeld von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67). Die Fahrzeuge müssten unterwegs in Luxemburg für 20 bis 30 Minuten geladen werden. Aus der ohnehin langen Fahrt von rund fünf Stunden werde so ein noch zäherer Trip, sagten Mitarbeiter aus insgesamt acht Kabinetten.

EU-Kommission will eigenen Betrieb grüner machen

Die Beschwerden treffen einen empfindlichen Punkt der europäischen Klimapolitik. Seit Jahren verweisen Autoindustrie und Kritiker der EU-Pläne auf Probleme bei Reichweite und Ladeinfrastruktur. Die grüne Dienstwagenflotte ist Teil eines Projekts, mit dem die Kommission den eigenen Betrieb klimafreundlicher machen will. Bereits 2022 startete die Initiative, im vergangenen Dezember wurde das Ziel bekräftigt. Bis 2027 soll die gesamte Flotte mit 128 Fahrzeugen emissionsfrei sein. Derzeit fahren rund 80 Prozent der Wagen elektrisch.

Nach Angaben eines Beamten gehören große BMW-Modelle zur Flotte. Diese seien für längere Strecken ohne Nachladen nur bedingt geeignet. Das Aufreger-Thema soll aber bereits in einer Sitzung der Kommissare diskutiert worden sein. Ein Kommissar habe sich dort über die Unannehmlichkeiten der Elektroautos beschwert. Auch der Versuch, durch langsameres Fahren Strom zu sparen, sorgt offenbar nicht für Begeisterung. „Aber das funktioniert nicht wirklich“, sagte ein Mitarbeiter eines verärgerten Kommissars. Laut einem weiteren Beamten könne sich die Fahrt dadurch auf bis zu sieben Stunden verlängern.

Ungarischer Kommissar fährt mit Minibus

Den Zug meiden manche Kommissare nach Angaben von Mitarbeitern ebenfalls. Grund seien vertrauliche Telefonate während der Reise. Besonders nach langen Sitzungswochen störe deshalb der zusätzliche Ladestopp auf dem Rückweg nach Brüssel. Einen anderen Weg soll laut drei Beamten der ungarische Kommissar Olivér Várhelyi (54) gewählt haben. Er sei laut POLITICO zeitweise mit einem Kleinbus samt Team nach Straßburg gefahren – statt mit dem offiziellen Dienstwagen.

Von der Leyen selbst ist von den Problemen offenbar nicht betroffen. Ihr Fahrzeug müsse aus Sicherheitsgründen gepanzert sein, sagte ein Beamter. Ein geeignetes gepanzertes Elektromodell stehe derzeit nicht zur Verfügung.

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