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Redmond – Der KI-Boom verändert die Techbranche rasant. Jetzt trifft es auch Microsoft: Der Softwarekonzern streicht weltweit 4800 Stellen und baut damit rund zwei Prozent seiner Belegschaft ab. Besonders hart erwischt es die Gaming-Sparte Xbox. Dort soll etwa jeder fünfte Arbeitsplatz wegfallen.

Die Dimension ist gewaltig: Allein bei Xbox sollen insgesamt rund 3200 Jobs gestrichen werden. 1600 Stellen fallen sofort weg, weitere sollen innerhalb der kommenden zwölf Monate folgen. Gleichzeitig trennt sich Microsoft von mehreren Entwicklerstudios und stellt die gesamte Sparte neu auf. Auch beim Karrierenetzwerk LinkedIn sollen einige hundert Stellen wegfallen.

„Unser Geschäft ist nicht gesund“

Die neue Xbox-Chefin Asha Sharma begründet den Umbau ungewöhnlich offen. „Unser Geschäft ist heute nicht gesund“, schrieb sie an die Mitarbeiter. Die Gewinne lägen deutlich unter denen vergleichbarer Spielefirmen. Zugleich seien wichtige Bereiche nicht so stark gewachsen wie erhofft.

Dabei geht es nicht nur um Stellenabbau. Die Managerin will auch die Konzernstrukturen radikal verschlanken. Entscheidungen würden heute teilweise durch bis zu 14 Managementebenen laufen. Künftig sollen es nur noch drei bis fünf sein.

Milliarden für Rechenzentren

Der Stellenabbau kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Microsoft Milliarden in Künstliche Intelligenz investiert. Für den Ausbau von KI und Rechenzentren will Microsoft in diesem Jahr rund 190 Milliarden Dollar investieren. Die großen Tech-Konzerne liefern sich derzeit ein Wettrennen um die Vorherrschaft bei KI-Anwendungen.

Werden Jobs durch KI ersetzt?

Microsoft bestreitet, dass die Entlassungen direkt mit dem KI-Einsatz zusammenhängen. Die betroffenen Stellen würden nicht durch KI ersetzt, betont der Konzern. Gleichzeitig räumt die Führung ein, dass Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt grundlegend verändert. Für Microsoft beginnt damit der nächste große Umbau. Während Milliarden in die KI-Zukunft fließen, muss vor allem das Videospiele-Geschäft schlanker werden. Xbox steht vor einem radikalen Neustart.