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Seattle – WM-Wut bei den Belgiern! Die „Roten Teufel“ sind fassungslos über die überraschende Gnaden-Entscheidung der Fifa für den WM-Gastgeber USA. Kurz vor dem Achtelfinale in der Nacht von Montag auf Dienstag (2 Uhr, MagentaTV, ARD und Live-Ticker bei BILD.de) gegen die US-Boys hat der Weltverband entschieden, dass der zunächst gesperrte US-Stürmer Folarin Balogun doch spielen darf. Dabei soll sich US-Präsident Donald Trump (80) entscheidend eingemischt und persönlich die Aufhebung der Suspendierung bei Fifa-Boss Gianni Infantino (56) erwirkt haben.

Belgien-Trainer Rudi Garcia konnte die Nachricht zunächst kaum glauben. „Ich wusste nicht, dass bei der Weltmeisterschaft der 5. Juli eigentlich der 1. April ist – es ein Aprilscherz“, sagte er am Sonntag auf einer Pressekonferenz.

Kurios: Die Wut der belgischen Fans scheint gewaltig. Bei der Wahl zum „Liebling des Spiels“ des belgischen nationalen Senders RTBF nach dem Norwegen-Sieg gegen Brasilien (2:1) landete Balogun (!) auf dem dritten Platz – obwohl das US-Team über 3.200 Kilometer vom Austragungsort des Spiels entfernt war. Balogun erhielt 17 Prozent der Zuschauerstimmen.

Nach Trump-Veto: Belgien geht auf die Fifa los!

Der belgische Verband (RBFA) kündigte an, „alle möglichen Optionen“ zu prüfen. In einer ausführlichen Stellungnahme bezeichnete er die Entscheidung als beispiellos. Der Verband stützt sich auf den Artikel 66.4, der besagt, dass eine Rote Karte automatisch zu einer Sperre für das nächste Spiel führt. Man verwies zudem auf ein vor dem Start der WM verschicktes Rundschreiben, in dem auf diese Regel hingewiesen worden sei.

Garcia machte deutlich, worum es aus seiner Sicht geht. „Wir verteidigen nicht die Nationalmannschaft oder den Verband“, sagte Garcia. „Wir verteidigen den Fußball.“

Balogun war beim 2:0 der USA gegen Bosnien-Herzegowina im Sechzehntelfinale nach einem Eingreifen des Videoassistenten mit Rot vom Platz gestellt worden. Der Schiedsrichter hatte das Foul zunächst nicht geahndet. Eine Sperre von einem Spiel gilt in einem solchen Fall als übliche Mindeststrafe.

Am Sonntagmorgen gab die Fifa jedoch bekannt, dass Balogun stattdessen im Wesentlichen eine Bewährungsstrafe erhält. Seine Sperre wurde angepasst, sodass er im Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt ist.

Belgien muss sich also nun kurzfristig auf den Angreifer einstellen. „Wäre das früher passiert, hätten wir uns mental vielleicht besser vorbereiten können“, sagte Torhüter Thibaut Courtois. „Es ist gut, dass wir noch ein Training haben. Aber wir werden bereit sein. Wir werden auf dem Platz stehen. Sie haben elf Spieler, nicht nur Balogun.“

Garcia und Courtois verwiesen auf die Erklärung des belgischen Verbandes. Darin heißt es, man sei „überrascht“ über den Schritt, der „in direktem Widerspruch“ zu den von der Fifa selbst für dieses Turnier aufgestellten Regeln stehe.