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Berlin – Mehrere Temperatur-Rekorde, die dringende Aufforderung zum Wassersparen: Eine beispiellose Hitzewelle überrollte Deutschland bereits im Juni. Das vorerst letzte extreme Wetterereignis in diesem Jahr? Keinesfalls. Jörg Kachelmann prognostiziert einen „Scheißsommer“ – und weitere Experten stimmen ihm zu.

Bei der Plattform „X“ postete Kachelmann: „Es wird ein Scheißsommer für weite Teile Mitteleuropas“. Dabei geht es ihm nicht um die etwas kühleren Tage in Deutschland, sondern er fügte die Hashtags Hitze und Dürre an. Neue monatliche Prognosen des ECMWF, Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen in Europa, würden kaum Hoffnung geben. Die Aussichten sehen auch für August „ziemlich katastrophal“ aus, so der Meteorologe weiter.

Situation ist katastrophal

Karsten Brandt stimmt zu: „Die Situation ist eine Katastrophe, wir haben eine historische Trockenlage. Fische sterben, Vögel finden kaum noch Wasser, die Feuerwehr kämpft gegen Waldbrände und die Schifffahrt mit Einschränkungen. Teile des Südens und Westens trocknen aus. So gesehen haben wir 2026 einen echten Scheißsommer. Man könnte ihn auch tödlich nennen“, sagt er zu BILD.

Über das derzeitige Wetter in Deutschland freut sich der Klimatologe allerdings: „Das ist immer eine Frage der Perspektive. Dem einen ist es zu kalt und zu nass, anderen zu warm und zu trocken.“ Selbst Ende Juni sei es für einige noch immer nicht heiß genug gewesen. Brandt: „Das Wetter ist doch herrlich. Im belgischen Viertel in Köln konnte man gestern bis spät in den Abend mit kurzen Klamotten draußen sitzen.“

Zwei Wochen gar kein Regen?

Die Aussichten für die nächsten Tage seien regelrecht „traumhaft“: Berlin und Hamburg um 27 Grad, München 29 Grad, etwas über 30 Grad in Köln und Stuttgart.

Kritisch wird es, wenn der Blick auf die kommenden zwei Wochen gerichtet wird. Viele Ecken des Landes könnten laut Karsten Brandt nicht einen Tropfen Regen abbekommen. Zeitgleich verdunsten 10 oder noch mehr Liter Wasser pro Tag und Quadratmeter: „Dann reden wir noch mal völlig anders über die Lage.“

Nächste Hitzewelle nur eine Frage der Zeit

Auch für den Diplom-Meteorologen Dominik Jung (48) ist die nächste Hitzewelle nur eine Frage der Zeit. Ein Wert wie 41,8 Grad in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt) sei vor allem zwischen Ende Juli und Mitte August möglich. „Etabliert sich in dieser Zeit eine blockierende Hochdrucklage und trocknen die Böden weiter aus, ist ein neuer Rekord nicht auszuschließen“, so Jung. Dennoch wäre ein solches Ereignis eher unwahrscheinlich.

Wetterexperte Johannes Habermehl von Meteored Deutschland zu BILD: „Die kleine Abkühlung nach der Juni-Hitze ist nur eine kurze Verschnaufpause. Bis Mitte des Monats klettern die Temperaturen vielerorts wieder auf 27 bis 33 Grad – im Süden und Westen bleibt es nachts teils bei über 20 Grad. Für die zweite Julihälfte sieht es danach aus, als könnte sich die Hitze festsetzen und von Tag zu Tag noch zulegen.“ Der jüngste Rekord von Möckern könne laut Habermehl „durchaus noch einmal wackeln“.