München – Selbst als sein Körper längst nach einer Pause verlangte, fiel es Vincent Kompany (40) offenbar schwer, wirklich aufzuhören. Der Bayern-Trainer hatte sich zuletzt mit einem Virus-Infekt herumgeplagt. Beim 6:1 gegen Leipzig musste er sich in der Trainer-Kabine zwischendurch hinlegen, fehlte anschließend bei Training und Pressekonferenz.
Trotzdem stand er Mittwoch beim 2:2 gegen Arsenal wieder an der Seitenlinie. Danach gestand Kompany selbst: „Als Trainer will man immer alles tun und alles machen. Ich habe einen ziemlich saftigen Virus bekommen letzte Woche, habe dann natürlich nicht auf meinen Körper gehört.“
Kompany: Harte Arbeit liegt tief in ihm
Freitag dann der Schock: Kompany brach an der Säbener Straße zusammen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Sein Zustand ist stabil, die genaue Ursache soll durch weitere Untersuchungen geklärt werden.
Dass Kompany extrem hart arbeitet – und dabei vor allem sich selbst kaum schont –, liegt offenbar tief in ihm.
Pierre Kompany über Vincent: „Tagesablauf, der kaum eine Pause zulässt“
Schon im April 2025 traf BILD seinen Vater Pierre Kompany (79) in Brüssel. Damals erzählte er über seinen Sohn: „Er war als Spieler schon diszipliniert, aber jetzt als Trainer ist er noch härter. Er hat einen Tagesablauf, der kaum eine Pause zulässt. Morgens früh ist er bereits im Trainingszentrum, abends verlässt er es als Letzter. Er arbeitet meist 18 Stunden am Tag, seine Kinder sieht er an normalen Tagen sehr wenig.“
Eine Arbeitsmentalität, die Kompany schon als Kind mitbekam.
Pierre erzählte damals auch, welche Rolle dabei Vincents 2007 verstorbene Mutter Jocelyne spielte. Die Eltern bereiteten ihre Kinder früh darauf vor, dass sie als schwarze Kinder in Belgien mit Widerständen und Rassismus konfrontiert werden könnten. Pierre zu BILD: „Wir haben unseren Kindern beigebracht: Reagiere nicht mit Wut, sondern mit Leistung.“
Und weiter: „Ihre mittlerweile verstorbene Mutter war sehr wichtig. Sie sagte ihnen ab dem Zeitpunkt, wo sie sprechen konnten, ganz klar: ,Ihr müsst sehr viel härter arbeiten als andere, um erfolgreich zu sein!‘“ Ein Satz aus Vincents Kindheit, der ihn offenbar bis heute begleitet.
Kompany fordert viel von seinen Spielern. Von niemandem aber offenbar so viel wie von sich selbst. Jetzt muss Bayerns Arbeitstier etwas tun, das ihm besonders schwerfällt: aufhören zu arbeiten – und seinem Körper die Zeit geben, die er braucht.