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Menstruation und Sport – immer öfter sprechen Athletinnen inzwischen über dieses Thema, das jedoch nach wie vor schambehaftet ist. Dabei hat der weibliche Zyklus einen Einfluss auf körperliche und mentale Leistungsfähigkeit. Zudem können Sorgen um Blutflecken auf der Hose die Sportlerinnen belasten – Englands National-Elf spielt deshalb nicht mehr in weißen Hosen! Die Österreicherin Nadine Jochum, die selbst seit 16 Jahren im Amateurfußball aktiv ist, will mit ihrem Projekt „Period out“ auf dieses Problem aufmerksam machen und kämpft für eine Menstruationsregel.

Im Interview mit dem „Standard“ erzählt sie: „Mir rutschte vor drei Jahren während eines Spiels der Tampon raus. Ich habe gespürt, dass Blut austritt. Ich habe mich sehr dafür geschämt und geweint. Ich bin zu meinem Trainer gelaufen und habe ihm gesagt, dass ich auf die Toilette muss. Er war im ersten Moment irritiert. Wir seien mitten im Spiel, ich solle bis zur Halbzeit warten.“

Und weiter: „Dann musste ich ihm von dem Tampon erzählen. Er hat dann den Schiedsrichter gerufen, dem er alles erklären musste. Ich bin zwar dann auf die Toilette gegangen, aber meine Mitspielerinnen wussten ja nicht, warum ich weg war. Sie waren abgelenkt. Das war alles sehr unangenehm. Für solche Fälle braucht es klare Regeln.“ Jochum habe in ihrer Diplomarbeit 147 Fußballspielerinnen befragt. 83 seien schon in unangenehmen Situationen im Zusammenhang mit ihrer Menstruation gewesen. Viele würden sich schämen, mit Trainern oder Schiris zu sprechen, da diese oft männlich sind.

„Menstruationsblut mag nicht immer sichtbar sein“

Ihre Idee: „Spielerinnen können dem Schiedsrichter oder der Schiedsrichterin ein Handzeichen über dem Kopf geben, eine Art Dreieck. Dann dürfen sie das Spielfeld verlassen, die Toilette aufsuchen und danach weiterspielen. Das Spiel läuft währenddessen weiter. Es gibt bereits eine verwandte Regel. Wenn man sich das Knie aufschürft oder Nasenbluten hat, muss man rausgehen, bis die Blutung gestillt ist. Menstruationsblut mag nicht immer sichtbar sein, aber eine Frau spürt, wenn die Unterhose nass wird.“

Dabei geht es also nicht um eine tiefgreifende Regeländerung. Denn: Eine Spielerin darf das Feld auch jetzt schon verlassen, um auf die Toilette zu gehen, wenn sie dem Schiedsrichter Bescheid gibt. Jochum hat in ihrer Umfrage jedoch festgestellt, dass diese Regel kaum jemand kennt. Jochum: „Und trotzdem hielt es das International Football Association Board für nicht notwendig, die Regel anzupassen. Dabei wäre es kein großer Aufwand, sie verständlicher zu formulieren und eine Awareness-Kampagne zu starten.“ Sie betont: „Fußballregeln sind von Männern für Männer gemacht worden. Es ist an der Zeit, auch frauenspezifische Bedürfnisse zu berücksichtigen.“ Sie werde weiter für ihre Idee kämpfen und Ende des Jahres einen neuen Antrag einreichen.