Er kennt Michael Schumacher (57) seit Jahrzehnten, begleitete die Formel-1-Legende durch ihre gesamte Karriere und erlebte mit ihr unvergessliche Momente. Doch wenn es um Schumachers Gesundheitszustand geht, zieht Florian König (59) eine klare Grenze.
Im BILD-Podcast „Phrasenmäher“ spricht der „Doppelpass“-Moderator über sein enges Verhältnis zur Familie Schumacher und erklärt, warum er selbst Menschen aus dem engsten Umfeld des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters bewusst keine Fragen stellt.
König: „Die Familie Schumacher hat sehr früh klargemacht, dass keine weiteren Informationen nach draußen kommen sollen. Diesen Wunsch, vor allem von Corinna, habe ich immer respektiert. Und das tue ich auch heute noch.“
Für den langjährigen Formel-1-Moderator ist das eine Frage der Loyalität. König: „Ich frage weder bei Mick noch bei Ralf oder sonst wem nach, wie es Michael geht. Selbst wenn ich etwas erfahre, behalte ich es für mich. Dafür ist mir die Beziehung zur Familie Schumacher und zu Michael viel zu wichtig.“
Dass Millionen Fans auf der ganzen Welt gerne wissen würden, wie es ihrem Idol geht, versteht König dennoch.
„Ich kann total nachvollziehen, dass die Leute wissen wollen, wie es ihm geht. Weil sie ihn lieben, weil er einfach zu ihrem Leben gehört. Über Jahrzehnte lief jedes zweite Wochenende die Formel 1, die italienische und die deutsche Hymne, weil Schumi wieder gewonnen hat.“
Trotzdem steht für König fest: „Darüber entscheidet nicht nur das Interesse der Menschen, sondern eine Familie. Menschen, die davon ganz unmittelbar persönlich betroffen sind. Die haben ihre Entscheidung getroffen. Und ich finde das völlig okay. Damit müssen wir alle klarkommen.“
König spricht im Phrasenmäher außerdem über ...
... einen historischen Moment mit Schumi.
„Wir waren bei Testfahrten in Estoril, als Michael zu Ferrari ging. Er durfte noch nicht den roten Overall anziehen, weil er noch bei Benetton unter Vertrag war. Nach dem dritten oder vierten Testtag durfte er ihn dann anziehen.
Wir haben Michael gefragt, ob wir mit der Kamera dabei sein dürfen, wenn er zum ersten Mal den roten Overall anzieht. Da waren nur unser Kameramann Olli, der Kameraassistent, ich und Michael in diesem Bus.
Da wäre ich gerne noch mal dabei, weil ich damals noch so grün hinter den Ohren war und das nicht richtig abgespeichert habe. In der Rückschau empfinde ich das als historischen und schönen Moment.“
... sein enges Verhältnis zu Niki Lauda.
„Wir haben uns alles erzählt. Wirklich alles. Ich habe immer viel gewusst, mehr gewusst, als ich berichten konnte. Das war für mich auch menschlich eine total wertvolle Zeit.
Ich habe heute noch ganz oft das Gefühl, dass ich gerne wissen würde, was Niki von bestimmten Dingen hält. Er war immer ein guter Ratgeber. Diese Jahre mit Niki haben meinen Horizont extrem erweitert.“
... Anrufe von Uli Hoeneß.
„Uli Hoeneß ruft häufiger mal an. Wenn bei mir ein unbekannter Anrufer kommt, dann ist es in der Regel entweder irgendein Scam-Anruf oder Uli Hoeneß. Aber ich habe mit ihm ein gutes Verhältnis. Er hat mich schon häufig nach Doppelpass-Sendungen angerufen, vor allem, wenn er das Gefühl hat, wir reden über bestimmte Sachen des FC Bayern nicht so, wie er es für richtig hält.
Wir hatten zum Beispiel eine Sendung, in der wir darüber debattiert haben, wie viele Tage Manuel Neuer in den letzten Jahren gefehlt hat, welche Verletzungen er hatte und ob er noch seinen Peak erreichen kann. Da hat er sich in diesem Telefonat sehr schützend vor Manuel Neuer gestellt und mir gesagt, wir würden das alles völlig falsch sehen. Daraus ergibt sich eigentlich ein toller Austausch.“
... seine Beziehung zu Stefan Effenberg.
„Wir werden tatsächlich öfter gefragt, ob wir uns nicht leiden können. Das Gegenteil ist der Fall. Dieses Gefrotzel und sich gegenseitig Hochnehmen und Verarschen geht nur, weil wir uns total gerne haben.
Ich schätze Stefan als Menschen unheimlich sehr. Er hat über lange Jahre ein völlig seltsames Image gehabt, das mit dem, was ich mit Stefan Effenberg verbinde, nichts zu tun hat. Er ist ein ganz verlässlicher Typ, kümmert sich sehr um Claudia und seine Mama und ist auch ein sensibler Kerl. Es ist echt eine Freude, mit ihm zu arbeiten.“
... seinen Abschied von Social Media.
„Ich glaube, ich bin ein Mensch, der eine gewisse Suchtgefährdung hat. Beim Rauchen war das auch so. Ich muss dann ganz aufhören. Ich habe seit fast zwei Jahren keine Zigarette mehr angerührt.
Bei Social Media ist es sehr ähnlich. Das zieht mich so rein. Ich hatte teilweise Bildschirmzeiten von acht Stunden. Ich hatte das Gefühl, es tut mir nicht gut. Die einzige gute Möglichkeit war, das Ganze von meinem Handy zu verbannen.
Ich war wie ein Getriebener. Du musst immer weitergucken, weil du theoretisch etwas verpassen könntest. Heute fehlt mir überhaupt nichts.“
Den Phrasenmäher finden Sie überall, wo es Podcasts gibt (u.a. Spotify und Apple Podcasts). Reinhören lohnt sich garantiert! Wer den Phrasenmäher im Video sehen will: Auf YouTube gibt es das Gespräch in voller Länge.