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Frankfurt/Leverkusen – Das wegweisende Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA hat der Bayer AG am Donnerstag neue Rekordwerte an der Börse beschert. Die Aktie des Pharma- und Chemiekonzerns lag zum Börsenschluss bei mehr als 47 Euro. Das ist ein Plus von über 18 Prozent im Vergleich zum Vortag und der beste Wert seit Mitte Februar. Damit ist das DAX-Unternehmen aus Leverkusen (Nordrhein-Westfalen) der klare Tagessieger der 40 Konzerne im deutschen Börsenleitindex. Die Bayer-Aktie konnte sogar den größten Tagesgewinn seit 2003 verzeichnen.

Die Bayer AG hatte am Donnerstag vor dem Supreme Court einen entscheidenden Sieg im jahrelangen und milliardenschweren US-Rechtsstreit wegen des Unkrautvernichters „Roundup“ errungen. Tausende Menschen machten das enthaltene Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich und zogen vor Gericht. Sie klagten wegen unzureichender Krebs-Warnhinweise. Bayer hatte argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA den Wirkstoff als nicht krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise daher nicht zulässig seien.

Der Supreme Court in Washington entschied, dass die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbehörden Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten haben. Damit entzogen die Richter Tausenden Klagen die Grundlage. Der Konzern geht davon aus, dass die Klagewelle jetzt abebbt.

Für Bayer-Chef Bill Anderson (59) ist der Richterspruch der erhoffte Durchbruch. „Die Rechtsstreitigkeiten sind eine große finanzielle Belastung für das Unternehmen und haben das öffentliche Vertrauen beschädigt“, erklärte er. Das Urteil bringe längst überfällige Klarheit. „Jetzt ist es höchste Zeit, dieses Kapitel hinter uns zu lassen.“ Auch Ingo Speich von Deka-Investment, die zu den 25 größten Anteilseignern gehört, meint: „Die Entscheidung des Supreme Courts ist sehr positiv zu sehen und wird zu einer Eindämmung der Klagewelle führen.“

In der Vergangenheit war Bayer in einigen Fällen bereits zu Zahlungen von Schadenersatz in Milliardenhöhe verurteilt worden. Nachdem ein Gericht im US-Bundesstaat Missouri dem Blutkrebs-Patienten John Durnell im Oktober 2023 eine Entschädigung von 1,25 Millionen Dollar zugesprochen hatte, zog der Chemiekonzern vor den Supreme Court, um ein Grundsatzurteil zu erzielen. Das liegt nun vor.