Politik

Planschverbote fallen: Deutsche Städte weisen mehr Badestellen aus

Planschverbote fallen: Deutsche Städte weisen mehr Badestellen aus
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Berlin – Mehr als 100 Jahre alte Verbote fallen ins Wasser. An der Seine in Paris werden im Juli drei neue Badestellen eröffnet. Und auch in deutschen Großstädten ist viel im Fluss. Doch Berlin, Hamburg und Köln schwimmen einem Trend aus Skandinavien hinterher.

In Berlin packt man seine Badehose bald nicht mehr nur für den Wannsee ein. Die Umweltverwaltung plant neue Badestellen in der sogenannten Vorstadtspree (Treptow-Köpenick) zwischen Insel der Jugend und Müggelsee. In diesem Bereich ist die Belastung mit Keimen und die Gefahr durch Brücken geringer. Sollte Berlin den Zuschlag für die Ausrichtung Olympischer Spiele bekommen, sollen die Freiwasserschwimmer auf der Höhe der East-Side-Gallery (Friedrichshain) um Medaillen ringen.

Mitschwimm-Demo im Spreekanal

Keine Chancen hat dagegen das Baden im Spreekanal nahe der Museumsinsel. Durch Gewitter schwappt die Mischwasserkanalisation über, belastet mit Viren, Bakterien, Parasiten. Eine Initiative hält die Wasserqualität allerdings in 80 Prozent der Sommerzeit für gut genug. Sie ruft bis zur Berlin-Wahl (20. September) einmal im Monat zur Mitschwimm-Demo auf. Im Mai bekam sie durch einen Fehler der Polizei zwar grünes Licht – das Event wurde aber wegen Schlechtwetter abgesagt. Ein weiteres Hindernis: 100 Meter vor und hinter Brücken gilt generell ein Badeverbot.

In Hamburg präsentierte Bürgermeister Peter Tschentscher (60, SPD) gerade die Idee einer neuen Badestelle an der Alsterwiese. Das Wasser im unbeheizten Naturfreibad am Schwanenwik soll biologisch aufbereitet und durch Pflanzen gefiltert werden. Aber auch Planschen im Elbe-Zufluss Bille wird geprüft – und bis spätestens 2030 umgesetzt, wie es heißt.

In Köln verkünden 60 Schilder entlang des 67,3 km langen Rheinufers das strenge Badeverbot (1000 Euro Bußgeld). Aber beim Umbau des Köln-Deutzer Hafenbeckens soll das Schwimmen im Rheinwasser ermöglicht werden.

Im Frankfurter Stadtgebiet gibt es dagegen weiterhin keine Badebereiche an Main und dessen Nebenfluss Nidda. Da man davon ausgeht, dass jeder Badende im Schnitt 50 Milliliter Wasser pro Badegang schluckt, gilt das Infektionsrisiko als zu hoch. Zudem könnten Blaualgen Bindehautentzündungen und Hautausschlag auslösen. Eine weitere Gefahr: das trübe Wasser des Mains, das eine Rettung Ertrinkender erschweren würde.

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