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Oleschky (Ukraine) – Monatelang litten die Menschen in Oleschky im Süden der Ukraine unter Hunger, ständigen russischen Angriffen und Drohnen, die sie gezielt jagten. Nach großem öffentlichen Druck und der Vermittlung des Vatikans – der Papst rief Putin noch aus dem Krankenbett an – und der First Lady Melania Trump (56) herrscht seit zwei Tagen eine Waffenruhe rund um Oleschky. Russische Videos zeigen, wie die Besatzer die „Straße des Todes“, die von Oleschky südöstlich in die nächstgelegene Stadt Radensk führt, von Minen räumen. Denn ab Samstag sollen die Menschen aus Oleschky evakuiert werden.

Doch fernab der Kreml-Propaganda berichten mehrere ukrainische Soldaten von Drohnenvideos, die massive militärische Vorbereitungen zeigen. Für sie eindeutig: Die Russen bereiten während der Waffenruhe einen Großangriff auf Cherson vor, der sehr wahrscheinlich direkt nach dem Ende der Waffenruhe am 1. November stattfinden wird. Ein Soldat schreibt (Nachrichten liegen BILD vor), dass russische KamAZ-Lkw mit Kampfgruppen ununterbrochen fahren. „Das ist irgendein verdammter Wahnsinn! Das Industriegebiet von Kachowka (östlich von Oleschky, Anm. d. Red.) wird mit Antidrohnen-Netzen überzogen.“

Zur Erklärung: Oleschky liegt nur vier Kilometer südlich von Cherson entfernt. Die Stadt wurde zu Beginn der Vollinvasion im Februar 2022 von den Russen eingenommen, doch am 11. November von den Ukrainern wieder befreit. Seitdem bildet der Fluss Dnjepr die Grenze. Südlich, wo auch Oleschky liegt, sind die Russen – und die wollen jetzt wieder den Sprung über den Fluss schaffen.

„Sie bereiten etwas Schlimmes vor“

Dazu scheinen sie eine Front von circa hundert Kilometern Länge entlang des Dnjepr aufzubauen. Denn auch Menschen aus Gola Prystan (circa 14 Kilometer südwestlich von Cherson) berichten von einer großen Anzahl an russischen Militär-Lkw. „Außerdem wurde der Wald bei Radensk regelrecht mit Grad-Raketenwerfern vollgestellt“, berichtet der ukrainische Soldat. „Der Wald wird abgeholzt und das Holz abtransportiert. Die Unterstände werden verstärkt. Sie bereiten etwas Schlimmes vor.“

Ein anderer Soldat berichtet, dass die russischen Besatzer auch Drohneneinheiten näher an den Dnjepr verlegen. „Nach dem Ende des Waffenstillstands wird sich die Lage definitiv verschärfen.“ Auch Landungstruppen, die den Fluss überqueren, könne er nicht ausschließen.

Wie läuft die Evakuierung aus Oleschky?

Die Menschen aus Oleschky freuen sich über ihre Evakuierung – jedenfalls die, die davon wissen. Wer nämlich raus aus der Hunger-Hölle will, muss sich in eine Liste eintragen. Doch weil der Zugang zum Internet fehlt, sind bei Weitem nicht alle der circa 2000 verbliebenen Bewohner darüber informiert. Und evakuiert werden auch ausschließlich Menschen. Haustiere dürfen nicht mit und müssen zum Sterben in Oleschky bleiben.