TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Haben die Genossen nicht mitbekommen, dass linksextreme Palästina-Aktivisten die deutsche Flagge vor dem Reichstag runtergerissen haben? Oder hat dieser Internet-Post einfach ein schlechtes Timing? Denn nur Stunden nach der Schändung der Deutschland-Flagge postet der Seeheimer Kreis, ein Zusammenschluss von Bundestagsabgeordneten der SPD, dass er die deutsche Fahne vor dem Wegnehmen durch Rechtsextreme schützen will.

Es ist die wichtigste deutsche Fahne: die 60 Quadratmeter große schwarz-rot-goldene „Flagge der Einheit“, ein Symbol für die Wiedervereinigung. Der Mast mit der Flagge ist sogar ein nationales Denkmal. Die Fahne wurde von Aktivisten runtergerissen, auf den Boden geworfen und stattdessen die Palästina-Fahne vor dem Reichstag gehisst.

Eine solche Schändung der wichtigsten Fahne gab es noch nie. Doch statt die Tat der Palästina-Aktivisten zu verurteilen, postet der Seeheimer Kreis, dass die deutsche Fahne durch Rechtsextreme bedroht ist. Die SPD schreibt: „Schwarz-Rot-Gold steht für Demokratie, Freiheit und unser Grundgesetz. Diese Symbole gehören uns allen und dürfen nicht von Rechtsextremen vereinnahmt werden.“

Und dann packt sogar Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) mahnende Worte obendrauf: „Wir dürfen uns die Symbole dieses Staates nicht von Rechtsextremen nehmen lassen.“ Meint er damit die Palästina-Aktivisten, die die Einheits-Flagge runtergenommen haben? Wohl eher nicht.

Die SPDler schreiben weiter in ihrem Internet-Post: „Wer unsere Demokratie verteidigt, für Freiheit und Zusammenhalt kämpft und unsere Verfassung achtet, steht für das, was Schwarz-Rot-Gold ausmacht. Gerade deshalb dürfen wir der AfD unsere nationalen Symbole nicht überlassen.“

Doch das nationale Symbol wurde am Sonntag von Linksextremen mit Füßen getreten. Welchen aktuellen Vorfall mit Rechtsextremen die Genossen ansprechen wollen, bleibt in der Veröffentlichung unklar.