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Berlin – Die Ölpreise kennen derzeit nur eine Richtung: steil nach oben! Angriffe in Saudi-Arabien und wachsende Sorgen um die Versorgung aus dem Nahen Osten treiben die Preise auf neue Höchststände. Das heizt zugleich die Inflationsgefahr an. Für Autofahrer und Heizölkunden drohen damit neue Belastungen.

Am Freitag kletterte die Nordsee-Ölsorte Brent zeitweise auf 117,18 US-Dollar (etwa 104,27 Euro) pro Barrel. Das entspricht einem Tagesplus von 3,54 Prozent. Auch die US-Sorte WTI legte kräftig zu und stieg auf 103,22 Dollar (etwa 91,83). Damit erreichte Brent den höchsten Stand seit Ende April. Auf Wochensicht steuerte der Preis auf ein Plus von rund 6,7 Prozent zu – bereits der dritte Wochenanstieg in Folge.

Angriffe schüren Angst vor Lieferausfällen

Fakt ist: Der Grund für den Preissprung liegt vor allem in der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten. Die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz aus dem Jemen verschärfen die Sorgen um die weltweite Ölversorgung. Besonders brisant: Der saudische Ölkonzern „Saudi Aramco“ ließ seine Mitarbeiter am Donnerstag die Zentrale in Dhahran (liegt an der Ostküste Saudi-Arabiens, nordwestlich von Bahrain) räumen. Die Maßnahme unterstreicht die wachsende Sorge angesichts der eskalierenden Lage.

Zusätzlich meldeten Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Ölteppich vor der Küste von Umm Al Quwain (Vereinigte Arabischen Emirate). Die Ursache und das betroffene Schiff waren zunächst nicht bekannt. Angriffe auf Tanker und die Gefahr weiterer Zwischenfälle auf wichtigen Seewegen sorgen zusätzlich für Nervosität an den Märkten.

Weiter im Fokus: Die Straße von Hormus

Besonders wichtig ist die Straße von Hormus. Über die Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Öls transportiert, während der Iran-Krieg weiter zu eskalieren droht. Werden Lieferungen behindert oder fallen Transportwege aus, kann das die Preise zusätzlich nach oben treiben. Hinzu kommt eine weitere Belastung: In Libyen wurde ein Pipelineventil geschlossen. Dadurch sank die Produktion an zwei Ölfeldern.

Steigende Rohölpreise könnten sich auch an deutschen Tankstellen bemerkbar machen. Wie stark Benzin und Diesel tatsächlich teurer werden, hängt allerdings auch von Raffineriekosten, Steuern, dem Dollarkurs und der Entwicklung der Nachfrage ab.

Kosten fürs Heizen könnten weiter steigen

Auch Heizölkunden sollten die Entwicklung im Auge behalten. Ein dauerhaft höherer Ölpreis könnte die Kosten für das Heizen zusätzlich belasten. Wie geht es weiter? Entscheidend wird sein, ob sich die Kämpfe weiter ausweiten und ob tatsächlich größere Mengen Öl nicht mehr rechtzeitig auf den Weltmarkt gelangen.

Klar ist: Solange neue Angriffe und Störungen der Lieferwege drohen, bleibt das Risiko weiterer Preissprünge bestehen. Ob der Ölpreis dauerhaft auf diesem Niveau bleibt, ist jedoch offen.