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Huy (Sachsen-Anhalt) – Die Umfragen für seine Partei sind derzeit alles andere als rosig. Aktuell wird die FDP mit 3 bis 4 Prozent gehandelt. Wäre jetzt Wahl, würde es also nichts mit dem Einzug in den Landtag von Sachsen‑Anhalt. Dennoch lässt sich Wolfgang Kubicki (74) nicht beirren. Das „alte Schlachtross“ der Freien Demokraten versprüht bei einem Wahlkampfauftritt viel Optimismus. Das ist aber auch sein Job!

BILD traf den FDP-Bundesvorsitzenden auf dem Wasserschloss Westerburg in der Gemeinde Huy, Sachsen-Anhalt. Die Kulisse hätte kaum stimmungsvoller sein können: Grillduft im Burghof, im Hintergrund Musik, die Sonne sorgte für beste Sommerabend-Stimmung.

Im BILD-Interview zeigt sich Kubicki gewohnt schlagfertig und optimistisch: „Wenn wir nicht an uns glauben, wer denn dann? In Sachsen-Anhalt kann sich sehr viel bewegen. Und ich sehe ja: Ich bin jetzt zwölf Wochen Vorsitzender der FDP, und die Umfragedaten haben sich seitdem überall verdoppelt.“ Lange sei die FDP dort in den Umfragen nicht ausgewiesen gewesen, doch der Trend gehe nach oben. Denn es brauche im Landtag eine politische Kraft, welche „die Union wieder auf einen vernünftigen wirtschaftlichen Kurs bringt. Nichts wäre schlimmer als eine weiter nach links abdriftende CDU“.

Dass die Liberalen am Ende den Sprung über die Fünfprozenthürde schaffen, daran hat Kubicki keinen Zweifel. Und auch für die Konkurrenz hat der FDP-Chef bereits eine ziemlich konkrete Prognose für den Wahlausgang parat:

Die Kubicki-Prognose

„Wir liegen bei 5 bis 6 Prozent. Mir wären mehr Prozent lieber. Aber in der kurzen Zeit ist mehr auch schwer darstellbar. Die AfD wird nicht die absolute Mehrheit erhalten, die Union wird unter 20 Prozent abrutschen, weil die Chaos-Tage in Berlin nicht aufhören und der arme Mann hier, Sven Schulze (47, CDU), das ausbaden muss. Die Sozialdemokraten werden sich freuen, dass sie mit 6 oder 7 Prozent abschneiden und das als großen Sieg feiern. Ich habe schon mal gesagt: ‚Ich arbeite jetzt daran, dass die FDP in irgendeinem Land mal stärker wird als die SPD. Dann ist mein Tageswerk getan.‘ Die Grünen werden sich freuen, dass sie knapp in den Landtag kommen. Das ist irgendwas zwischen 4,9 und 5,1 Prozent. Die Linke wird mit 11 bis 12 Prozent relativ stark. Auch das BSW wird zwischen 4,9 und 5,1 Prozent notieren.“

Kubicki: „Schulze bleibt MP“

Eine gewagte Vorhersage. Ob Kubicki am Wahlabend tatsächlich richtig liegt, werden die 1,7 Millionen Wähler in Sachsen-Anhalt entscheiden. In einem Punkt aber ist Kubicki absolut sicher: „Schulze bleibt MP, da niemand Herrn Siegmund wählen wird.“ Und genau das sei das Dilemma. Denn wenn Schulze das Beste sei, was Sachsen-Anhalt zu bieten habe, dann sei man dort wirklich arm dran.

Ein klassischer „Kubicki“. Eines steht fest: An Selbstvertrauen mangelt es ihm nicht.