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Kanzlertausch-Showdown: Merz trifft Wüst im Sauerland – brisante Klausur

Kanzlertausch-Showdown: Merz trifft Wüst im Sauerland – brisante Klausur
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Berlin – Am Montag kommt es nach dem großen „Kanzlertausch“-Zoff zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und dem CDU-Regenten von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (50), zum Showdown. Denn der Kanzler wird auf einer Strategie-Klausurtagung der NRW-CDU in seiner Heimat, dem Sauerland, erwartet. Dort ist Wüst der Gastgeber. Er empfängt Merz um 11.00 Uhr vor einem Tagungshotel in Meschede am Hennesee, das passenderweise „Welcome Hotel“ heißt. Merz wird dort eine Rede halten. Es liegt in seinem Wahlkreis.

Die lange geplante Zusammenkunft ist nun aber hochbrisant, weil Merz dort zum ersten Mal nach dem Streit um Gerüchte über einen möglichen „Kanzlertausch“ (BILD berichtete) auf den vermeintlichen Rivalen trifft. Merz verdächtigt Wüst persönlich, hinter Gerüchten zu stecken, wonach es noch in dieser Legislatur einen Kanzlertausch von ihm zu Wüst geben könnte. Merz hatte gegen die „wüste Spekulation“ gedonnert – das sei „gefährliche“ Zündelei.

Tatsächlich ist Wüst bei Merz schon länger unten durch. Der Kanzler ärgert sich, dass Wüst der – ihm verhassten – Altkanzlerin Angela Merkel (71) einen Orden umgehängt hat. Und dass dessen Leute ständig in Berlin über ihn lästern. Merz verdächtigt Wüst seit Langem, an seinem Stuhl zu sägen. Unionsfraktionschef Jens Spahn (46, CDU) hält er inzwischen für loyaler.

Wüst selbst hatte die Spekulationen, er könnte statt Merz ins Kanzleramt einziehen, nicht deutlich dementiert, sondern laufen lassen. Mutmaßlich, weil ihm die Debatte gefiel. Allerdings hat Wüst aktuell kein Interesse daran, Merz’ Job in Berlin zu übernehmen – er will im Frühjahr die Wahl in NRW gewinnen.

Hinter den seit Wochen wabernden Gerüchten steckt der Befund mancher Fraktionsmitglieder, dass Merz wegen seiner Unbeliebtheit (letzter Platz im INSA-Politikerranking) eher eine Belastung für Schwarz-Rot ist als ein Gewinn. Es ist keine geplante Intrige aus NRW – der Name Wüst wird genannt, weil er als NRW-Landeschef eh die natürliche Nummer zwei der CDU in der Kanzler-Frage ist und aktuell der beliebteste Unions-Politiker (INSA).

Ob beide Politiker sich bereits vor der brisanten Zusammenkunft telefonisch aussprechen, ließ man in Regierungskreisen gegenüber BILD offen.

CDU-Leute in NRW halten es für möglich, dass Merz darauf verzichtet. Dann könnte es auf der Klausur tatsächlich zum großen Knall kommen. Oder zu einer nach allen Regeln der Kunst inszenierten Versöhnung – je nachdem.

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