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Den Haag (Niederlande) – Ein Regierungschef liebt einen zehn Jahre jüngeren Sportstar. Sie planen ihre Hochzeit und bekommen nun gemeinsam ein Baby. Klingt nach dem Plot eines kitschigen Liebesromans, ist aber das echte Leben von Hollands Premier Rob Jetten (39) und Hockey-Profi Nicolás Keenan (29). Jetzt berührt ihre süße Baby-Nachricht eine Debatte, die Deutschland im Sommer heftig beschäftigte: Der schwule Politiker bekommt Nachwuchs per Leihmutter.

Die frohe Botschaft verkündeten die beiden selbst. Auf Instagram zeigen Jetten und Keenan stolz ein Ultraschallbild: „Jemand ganz Besonderes ist unterwegs. Wir sehen uns 2027, kleiner Schatz.“ Dazu zeigen der niederländische Ministerpräsident und sein argentinischer Verlobter eine Ultraschallaufnahme.

Ihre Leihmutter ist eine gute Bekannte

Die sozialliberale D66-Partei von Rob Jetten betonte in einer Mitteilung, dass die Schwangerschaft durch ein befreundetes Paar ermöglicht worden sei, das schon eigene Kinder habe. „Hier geht es nicht um eine kommerzielle Leihmutterschaft“, schrieb die Partei. „Die Leihmutter und die Spenderin der Eizellen sind persönliche Bekannte von Jetten und Keenan.“ Die Frauen seien glücklich darüber, den beiden zukünftigen Vätern dabei helfen zu können, ihren Wunsch nach einem Kind zu verwirklichen.

Niederlande erlauben selbstlose Leihmutterschaft

Für ihr Wunschkind müssen Jetten und Keenan ihr Heimatland nicht verlassen. In den Niederlanden ist eine selbstlose Leihmutterschaft möglich. Geld verdienen darf die Leihmutter damit also nicht. Kommerzielle Vermittlung ist strafbar.

In Deutschland wäre ihr Weg zum Baby so versperrt. Eine Gesetzeslage, die erst im Sommer für heftigen politischen Streit sorgte. Im Zentrum damals: Jens Spahn (46). Der CDU-Politiker war mit seinem Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden. Das Problem für ihn: Er hatte sich zuvor selbst gegen Leihmutterschaft positioniert. Kritiker warfen ihm Doppelmoral vor!

Rob Jetten hatte sich schon zuvor für eine bessere gesetzliche Regelung der Leihmutterschaft ausgesprochen. Kommerzielle Leihmutterschaft soll allerdings auch nach den Plänen seiner Regierung verboten bleiben.