Maranello (Italien) – Paukenschlag bei Ferrari! Wenige Wochen nach der umstrittenen Vorstellung des ersten Elektro-Ferrari trennt sich der italienische Luxus-Sportwagenbauer von seinem langjährigen Marketing-Chef Enrico Galliera. Wie das Unternehmen mitteilte, übernimmt zum 1. Juli der BMW-Manager Massimiliano Di Silvestre (53). Er leitete bis vor wenigen Wochen das Italien-Geschäft von BMW und führte die Münchner dort zuletzt an die Spitze des Premium-Marktes.

Der Führungswechsel kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Ende Mai hatte Ferrari mit dem fünfsitzigen Elektro-SUV „Luce“ sein erstes vollelektrisches Modell vorgestellt. Die Reaktionen fielen überwiegend vernichtend aus. Vor allem das für Ferrari ungewöhnliche Design sorgte in sozialen Medien und bei Fans der Traditionsmarke für Empörung.

Offiziell betont Ferrari, Galliera habe „beschlossen, ein neues Kapitel in seiner beruflichen Laufbahn aufzuschlagen“. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen stand die Trennung allerdings bereits seit Jahresbeginn fest. Beide Seiten hätten aber vereinbart, dass Galliera bis zur Präsentation des Elektroautos an Bord bleibt.

Ferrari setzt weiter auf Elektro-Modell

Galliera arbeitete mehr als 16 Jahre für Ferrari und galt als einer der wichtigsten Köpfe hinter der weltweiten Vermarktung der Luxusautos. Ferrari-Boss Benedetto Vigna (57) dankte ihm für seinen „außergewöhnlichen Beitrag“ zur Stärkung des Ferrari-Images rund um den Globus. Sein Nachfolger Di Silvestre bringt laut Ferrari mehr als 20 Jahre Erfahrung im Premium- und Luxusautosegment mit. Seit 2001 arbeitete er beim BMW-Konzern.

Während Ferrari nach eigenen Angaben weiterhin „starkes Interesse“ am neuen Elektro-Modell registriert, bleibt offen, wie die Kunden tatsächlich auf den radikalen Strategiewechsel reagieren. Konkrete Bestellzahlen für den „Luce“ will der Konzern erst Ende Juli vorlegen.