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Washington – Eine Welt in der Krise blickt auf die US-Wahlen („Midterms“): Siegen die oppositionellen Demokraten im Kongress, wäre die Macht von Donald Trump (80) im Inland für seine letzten beiden Amtsjahre beschnitten – doch weltweit wird ein noch aggressiverer US-Präsident befürchtet. Der frühere CIA-Chef und Verteidigungsminister Leon Panetta (88) warnt gegenüber BILD vor einer Trump-Weltpolitik, von der vor Allem Despoten in Moskau und Peking profitieren könnten.

Trump werde bei einem Demokraten-Sieg am 3. November zum „Präsidenten auf Abruf“, beginnt Panetta das BILD-Interview: „Unsere Demokratie wird dann wahrscheinlich für die nächsten zwei Jahre in einer Blockade feststecken.“

Panetta: „Putin nutzt Amerikas Schwäche aus“

Am schärfsten geht er aber wegen Trumps Schmusekurs gegenüber Kreml-Herrscher Wladimir Putin (74) mit dem Präsidenten ins Gericht: „Trump hat im Grunde vor Putin kapituliert – besonders beim Ukraine-Krieg!“ Für Panetta ist das brandgefährlich! „Putin spürt die Schwäche der USA – und das bedeutet Ärger.“

Dem Despoten könne man nicht vertrauen: „Sein oberstes Ziel ist es, die USA zu untergraben.“ Panetta versteht nicht, warum Trump ständig gegen Ukraines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) wettert und gleichzeitig praktisch als „Putins Sprachrohr“ agiert: Der sei ganz klar der Aggressor!

Moskaus Schattenkrieg in Europa eskaliert

Wenn sich ein amerikanischer Präsident einem Tyrannen anbiedere, gefährde er damit „alle Demokratien“, warnt Panetta. Europa spürt Moskaus Aggressionen im Schattenkrieg gegen NATO-Staaten bereits deutlich.

Die Gewalt könnte eskalieren, da Putin eine Schwächung der Nato ausnutzen werde: „Das liegt in seiner Natur!“ Trump scheine zu hoffen, dass ihn Tyrannen wie Putin und Chinas KP-Chef Xi Jinping (73) irgendwie aus den Krisen in der Ukraine und im Iran heraushauen: „Das wird nicht passieren! Das ist eine falsche Hoffnung.“ Panetta wird deutlich: „Putin versteht nur eines: Stärke. Er versteht Taten – und genau die sind jetzt notwendig!“

Trump führte USA in gefährliches Iran-Patt

Vernichtend auch die Analyse des Politik-Veteranen zu Trumps Iran-Krieg: Der sei nichts anderes als „eine Serie von Fehlentscheidungen“, die die USA in eine gefährliche Pattsituation geführt hätten. „Dieser Krieg läuft nicht gut“, sagt der Ex-CIA-Chef. Es gebe weiterhin kein klares Ziel, bei einer erneuten militärischen Eskalation drohten noch schwerere wirtschaftliche Folgen. In den USA und weltweit.

Er warnt vor einem neuen Nahost-Endloskrieg: „Der Präsident muss entscheiden, ob wir in einen langwierigen Krieg wie in Afghanistan oder im Irak schlittern, oder ob dieses Land stark genug ist, einen Weg zur Beendigung dieses Krieges zu finden.“

Ex-CIA-Chef: „USA steht ziemlich allein da!“

Panetta knöpft sich auch Trumps Regierungsstil vor: „Trump regiert durch Chaos. Er agiert wie ein New Yorker Immobilienentwickler und glaubt, er könne andere durch Einschüchterung zu einem Ergebnis zwingen.“ Demokratien würden entweder durch starke Führung oder Krisen regiert, schließt Panetta: „Wenn ich heute auf Europa und die USA blicke, dann regieren wir gerade größtenteils durch Krisen!“ Und Amerika? Das stehe laut dem früheren Verteidigungsminister derzeit „ziemlich allein da“. Das sei „keine gute Position“.