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Moskau/Washington – Ein Tanker voller Putin-Sprit nimmt Kurs auf die USA! Rund 40.000 Tonnen russischer Diesel wurden am Donnerstag im Ostseehafen Primorsk auf die „Agioi Fanendes“ gepumpt. Zwei weitere Schiffe mit russischem Treibstoff sollen laut dem Analyseportal „TankerTracker“ ebenfalls die USA ansteuern. Mit der Lieferung will US-Präsident Donald Trump die explodierenden Dieselpreise in den Vereinigten Staaten drücken. Denn ausgerechnet vor den Zwischenwahlen machen ihm schlechte Zustimmungswerte zu schaffen.

Noch vor einem Jahr wollte Trump kein russisches Öl

Gleichzeitig profitiert Kreml-Kriegstreiber Wladimir Putin: Mit dem Diesel-Kauf fließt frisches Geld in Russlands zunehmend klamme Kriegskasse. Am 7. November soll der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker laut dem Finanzdienstleister LSEG in New York ankommen.

Dabei wetterte Trump noch vor einem Jahr gegen Europa-Geschäfte mit Moskau. „Ich will nicht, dass Europa Öl von Russland kauft“, erklärte er damals. Denn mit den Energie-Milliarden werde Putins Krieg gegen die Ukraine finanziert. Jetzt macht Trump selbst den Diesel-Deal mit Russland: Für den Oktober kündigte er zunächst 300.000 Tonnen an, im November weitere 500.000 Tonnen und eine Million Tonnen „unmittelbar danach“. Insgesamt stellte er Lieferungen von bis zu fünf Millionen Tonnen in Aussicht. Russland sagte im Gegenzug zu, sein selbst verhängtes Diesel-Ausfuhrverbot aufzuheben.

Russischer Diesel spült Dollar in die Kreml-Kasse

Der Grund für Trumps Kehrtwende liegt auch zu Hause: Vor den Zwischenwahlen am 3. November will der US-Präsident die hohen Spritpreise drücken. Seine Republikaner liegen in Umfragen abgeschlagen hinter den Demokraten, Trump soll deswegen laut dem „Economist“ in Panik sein.

Für Putin bedeutet der Deal frische Dollars für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Seit dem EU-Embargo gegen russische Ölprodukte im Februar 2023 verkauft Moskau seinen Diesel vor allem nach Brasilien, in die Türkei und nach Afrika. Laut Putin-Vize Alexander Nowak (55), zuständig für Moskaus Energiepolitik, könnten die Exporte bis Jahresende wieder auf drei bis 3,5 Millionen Tonnen pro Monat steigen. Einnahmen, die der Kreml dringend brauchen kann: Jedes dritte Unternehmen in Russland schreibt mittlerweile rote Zahlen, selbst Kreml-Sprecher Dmitri Peskow (59) spricht von einer schwierigen wirtschaftlichen Lage.