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Chaos bei 1860 München: Investor Ismaik: „Es kann so nicht weitergehen!“

Chaos bei 1860 München: Investor Ismaik: „Es kann so nicht weitergehen!“
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Die Löwen stehen vor dem Abgrund. BILD vermeldete am Dienstag exklusiv, dass die Drittliga-Lizenz in höchster Gefahr ist. Wenn der Verein bis zum 3. Juni nicht rund 2,7 Millionen Euro nachweisen kann, geht es runter in die Regionalliga.

Während sich die 1860-Verantwortlichen (noch) bedeckt halten, meldet sich jetzt Investor Hasan Ismaik (57) zu Wort. Der Geschäftsmann aus Abu Dhabi, der seit seinem Einstieg 2011 in München nichts außer Chaos erlebt, will eigentlich seit rund einem Jahr seine Anteile (60 Prozent) verkaufen. Bisher erfolglos. Wie die SZ berichtete, hat Ismaik am 21. Mai ein benötigtes Darlehen gekündigt - und damit den Verein vor das Lizenz-Dilemma gestellt.

Ismaik: Manchmal ist es nötig, einen Schritt zurückzugehen

Jetzt meldet sich Ismaik via Instagram: „Seit fünfzehn Jahren habe ich den Verein mit nahezu achtzig Millionen Euro unterstützt, weil ich an die Möglichkeit geglaubt habe, die Löwen auf starken und stabilen Grundlagen neu aufzubauen. Mein Ziel war es nie, lediglich beteiligt zu sein, sondern dazu beizutragen, den Verein dorthin zurückzuführen, wo er hingehört. Die Wahrheit ist jedoch, dass die Ergebnisse nicht das waren, was wir uns alle erhofft hatten.“

Zur Erinnerung: 2016/17 übernahm er das Ruder, gab alleine in der damals noch Zweitliga-Saison über 20 Millionen in die Mannschaft (u.a. Stefan Aigner, Ivica Olic, Star-Trainer Vitor Pereira, Ex-Liverpool-Manager Ian Ayre). Am Ende stand der Abstieg, letztlich ging es runter bis in die Regionalliga, weil das benötigte Geld für die Drittliga-Lizenz nicht floss.

Ismaik weiter: „(...) Die derzeitige Situation kann so nicht weitergehen, und die aktuelle Situation muss ernsthaft und mutig auf den Prüfstand gestellt werden. Hierbei müssen die Interessen des Vereins über jede andere Erwägung gestellt werden. Der Verein braucht mehr als eine neue Finanzierung. (...) Wie Ihr der Presse sicherlich entnommen habt, habe ich die bestehenden Darlehen gekündigt, weil wichtige Verpflichtungen unter den Darlehensverträgen nicht eingehalten wurden.“

Ismaik gibt an, dem Verein zwei mögliche Finanzierungsmodelle vorgelegt zu haben - unter bestimmten Bedingungen. Nach BILD-Infos u. a. die Installation eines Finanzfachmanns, die zukünftige Einhaltung des Budgets und regelmäßige Reportings. Bedingungen, die völlig nachvollziehbar sind. Eine Bedingung aber ist spannend: Der Verein soll - wenn Ismaik dann irgendwann seine Anteile verkauft bekommt - auf sein sogenanntes Vorkaufsrecht verzichten. Bedeutet: Im Falle eines Anteil-Verkaufs hätten die Löwen dann nicht mehr die Chance, mit der gleichen Summe, den Verein zurückzukaufen.

Ismaik weiter: „Wir haben außerdem zusätzliche Lösungen vorgelegt, die verhindern würden, dass der Verein in die Insolvenz fällt, und ihm die Möglichkeit gegeben, Stabilität zu erreichen, unter Wahrung der Rechte des Vereins und seiner Fans. (...) Wir müssen jedoch eine wichtige Wahrheit akzeptieren: Das Problem kann nicht weiter von einer Saison zur nächsten allein durch neue Darlehen aufgeschoben werden. Manchmal ist es notwendig, einen Schritt zurückzugehen, um eine solide und stabile Zukunft aufzubauen. Wenn der Verein von Grund auf neu aufgebaut werden muss, dann müssen wir dies mit Mut und Realismus tun. Entscheidend ist nicht, in welcher Liga wir heute spielen, sondern dass wir einen Verein aufbauen, der in der Lage ist, stark zurückzukehren und über viele Jahre hinweg fortzubestehen.“

Das Horror-Szenario bei den Löwen - es bleibt spannend bis zum 3. Juni.

Übrigens: Am 28. Mai 1966 feierten die Löwen ihren einzigen Meistertitel. Sechzig Jahre später steht der Verein (mal wieder) vor einem Scherbenhaufen...

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