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Berlin – Heftige Kritik an Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) aus den eigenen Reihen! CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter (63) hat den Kanzler in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ ungewöhnlich scharf kritisiert. Auslöser: das Hin und Her der Union bei der Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70, SPD).

Über Merz sagte Kiesewetter: „Er ist jemand, der den Begriff der gestaltenden Politik erst sehr spät erkennt. Ihm war es wichtig, Bundeskanzler zu werden.“ Dem Kanzler fehle bislang das nötige Fingerspitzengefühl, um die Menschen mitzunehmen. Trotzdem hofft der CDU-Mann auf Besserung: „Ich glaube, er reift an diesen Fehlern, und das wünsche ich ihm auch. Ich wünsche einen erfolgreichen Bundeskanzler Friedrich Merz.“

„Handwerklich schwierig“

Noch deutlicher wurde Kiesewetter bei Lanz zur Suche nach dem nächsten Staatsoberhaupt. Die Union erlebe eine „ziemlich verstolperte, handwerklich schwierige Phase“. Sein heftiger Vorwurf: „Für so ein Spitzenamt, wo wir ganz schwierige Bundestagswahlen vor uns haben, dann so zu dilettieren und zu verzögern, das ist bitter.“

Es sei ja nicht das erste Mal gewesen, dass in diesen Personalfragen unabgestimmt Vorschläge gemacht worden seien. Er erwarte, „dass wir für das Spitzenamt dieses Landes (...) nicht Namen vorher beschädigen von Menschen, die redliche Arbeit leisten“. Er hätte sich gewünscht, „dass wir diese Parteipolitisierung gar nicht erst zugelassen hätten“.

Für Kiesewetter zeichnet sich inzwischen eine Favoritin ab: Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (61, CSU). „Ich finde es gut, wenn es Frau Aigner wird, und ich wünsche mir, dass sich Friedrich Merz am Montag eindeutig zu dem Namen bekennt. Er kann damit nur gewinnen.“

Auch CSU-Chef Markus Söder wirbt für Aigner. Merz dagegen hat sich bislang nicht auf einen Namen festgelegt, sondern lediglich angekündigt, eine Frau für das höchste Staatsamt vorschlagen zu wollen. Das neue Staatsoberhaupt wird am 30. Januar 2027 von der Bundesversammlung gewählt, die sich aus den 630 Bundestagsabgeordneten und genauso vielen Wahlleuten aus den Ländern zusammensetzt.