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Er ist die Nummer 1 der Welt. Die Tennis-Szene schaut nach seinem überragenden Jahr mit zwei Grand-Slam-Triumphen (French Open und US Open) zu ihm auf. Doch die Herzen der deutschen Fans fliegen Alexander Zverev (29) trotzdem nicht zu. Woran liegt das? Dazu hat sich jetzt Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker (58) im Interview mit dem Spiegel geäußert.

„Ich weiß es nicht und kann nur vermuten, woran es liegt“, gesteht Boris Becker. Dennoch hat er drei Ansätze, die die fehlende Fan-Liebe für Zverev aus seiner Sicht erklären könnten.

Schweigen zum Krieg

Becker im Spiegel: „Seine Eltern kommen aus Russland, er spricht auf dem Platz Russisch mit seiner Box. Politisch äußert er sich überhaupt nicht zum Krieg in der Ukraine, was ich persönlich verstehe, aber es kommt natürlich nicht so gut an.“ Alexander Zverev ist in Hamburg geboren, seine Eltern stammen aus Russland und waren selbst Tennis-Profis. Sein Vater Alexander (66) spielte ab 1979 im Davis Cup für die Sowjetunion. Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sagte Zverev: „Das Wichtigste ist, dass Frieden auf der Welt herrscht. Egal aus welchem Land man kommt, wir sind doch alle Menschen, die in Frieden zusammenleben sollten.“

Gold-Kettchen

Auch Zverevs auffällige Gold-Kettchen, die er auch beim Tennis trägt, nennt Becker als möglichen Grund für die Skepsis einiger Tennis-Fans gegenüber der neuen Nummer eins der Tennis-Welt. Becker: „Dann trägt er seit Jahren diese drei Gold-Kettchen als Glücksbringer, und er zupft ständig am Hemd, weil sie stören, das ist immer wieder Thema. Das sieht nicht so doll aus, stimmt, aber das ist seine Sache.“

Schroffe Interviews

Oft wird Zverev für seine launigen Reden, z.B. nach Turniersiegen, gefeiert. In den Tennis-Stadien weltweit sorgt er immer wieder für Lacher unter den Zuschauern. Meist allerdings, wenn er auf Englisch spricht. Auch das bemängelt Becker. Im Spiegel-Interview sagt er: „Ich finde ihn in englischen Interviews deutlich sympathischer als auf Deutsch. Da hat er Charme und Witz, er ist sprachgewandt, er kann selbstironisch sein. Auf Deutsch ist er oft schroff und abgehackt, gegenüber Journalisten auch nicht gerade freundlich.“

Beckers Urteil: „Ich weiß nicht, ob er sich damit einen Gefallen tut, denn sein stärkster Markt ist Deutschland. Wer sind seine Berater? Lässt er sich etwas sagen? Tennisspieler sind ziemlich dickköpfig, das weiß ich, ich war auch so. Ich kann nur vermuten, dass das Gründe sein können.“