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Berlin – In der Politik gibt es in dieser Woche keine Gewinner. Weder die schwarz-rote Regierungskoalition noch die Oppositionsparteien von ganz rechts bis ganz links konnten bei den Wählern punkten. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, könnte realistisch nur noch eine Kenia-Koalition aus Union, SPD und Grünen mit einer Mehrheit regieren. Das ergibt der aktuelle INSA-Sonntagstrend für BILD.

AfD hält Rekordwert vor CDU/CSU

Demnach bleibt die AfD mit 29 Prozent stärkste Partei – und hält damit ihren Rekord-Vorsprung vor der Union: CDU/CSU kommen auf 22 Prozent. SPD und Grüne liegen bei 13 Prozent, wobei die Grünen im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt verlieren. Die Linke bleibt stabil bei 10 Prozent. BSW und FDP würden mit je 3 Prozent an der 5-Prozent-Hürde scheitern und nicht in den Bundestag kommen.

Bedeutet: Die schwarz-rote Koalition von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (48, SPD) hätte mit zusammen 35 Prozent keine parlamentarische Mehrheit mehr – und bräuchte zum Regieren die Grünen. Realistisch wäre nur noch ein Bündnis von CDU/CSU, SPD und der Öko-Partei möglich. Die „Kenia-Koalition“ (so genannt wegen der schwarz-rot-grünen Flagge des afrikanischen Staats) hätte gemeinsam 48 Prozent.

Zwar hätten rein rechnerisch auch AfD und Union eine deutliche Mehrheit – Blau-Schwarz käme zusammen auf 51 Prozent. Der Brandmauer-Beschluss der Union schließt aber eine Zusammenarbeit mit der Rechtsaußenpartei aus.

Große Koalition reicht nicht mehr

INSA-Chef Hermann Binkert ordnet das Ergebnis für BILD ein: „Dass, was man früher die ,Große Koalition‘ nannte, wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben. CDU und SPD müssen sich zwangsläufig einen neuen Partner suchen.“ Die letzte Kenia-Koalition gab es auf Landesebene in Sachsen. Sie endete 2024, seitdem regiert Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) in einer Minderheitsregierung gemeinsam mit der SPD.