München – Während die einen feiern, arbeiten die anderen, damit nichts Schlimmes passiert!
Am Mittwochmittag stellten Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller-Gradl und der Leiter der Abteilung Einsatz bei der Polizei in München, Christian Huber, die Sicherheitsmaßnahmen zum Oktoberfest 2024 (21. September bis 6. Oktober) vor. Denn damit in den Festzelten tausende Besucher aus der ganzen Welt sorgenfrei ihre Maß trinken können, muss im Vorfeld viel geplant werden.
Das sagt die Polizei zur Sicherheit auf dem Oktoberfest
Einsatzleiter Huber: „Die Münchner Polizei ist sehr gut vorbereitet.“ Zur Gefährdungslage sagte er: „Wir sprechen von einer hohen abstrakten Gefährdungslage.“ Es gebe keine konkreten Erkenntnisse, dass etwas im Zusammenhang mit dem Oktoberfest bevorstehe … „Es wird keine 100-prozentige Sicherheit geben, das ist nicht machbar. Aber wir versuchen alles, um möglichst nah daran zukommen“, so Huber.
Mehr als 600 Beamte sind während des Oktoberfests für die Sicherheit im Einsatz. Wie stets ist eine Wiesn-Wache eingerichtet. Die Polizisten, die alle mit Bodycams ausgestattet sind, sind jederzeit ansprechbar für Besucher, patrouillieren ständig auf dem Gelände. Außerdem sind 25 bis 30 Feuerwehrleute auf der Wiesn-eigenen Feuerwache im Einsatz!
Dieses Bußgeld droht auf dem Oktoberfest
► Kontrollen an den Eingängen und hohe Präsenz der Polizei gehören seit Langem zum ausgeklügelten Sicherheitskonzept für die Veranstaltung, die als größtes Volksfest der Welt gilt und ein Millionenpublikum anlockt. Auch auf dem Gelände selbst werden Personenkontrollen durchgeführt. Diesmal sollen auf dem Oktoberfest auch Metalldetektoren eingesetzt werden.
Ausdrücklich wies Huber auf der Pressekonferenz erneut auf die Messerverbotszone hin: „Hier haben Messer nichts verloren.“
Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller-Gradl ergänzte: „Auch andere Gegenstände, mit denen man Menschen verletzten kann, sind untersagt. Bußgelder von bis zu 1000 Euro drohen.“
Gepäckstücke mit einem Volumen von mehr als drei Litern sind ebenso verboten wie Glasflaschen. Ab 18 Uhr, sowie samstags, sind Kinderwagen auf dem Gelände nicht erlaubt.
Polizei kontrolliert auch Autofahrer
► Verkehrsmaßnahmen: Mit dem Auto aufs Festgelände – keine gute Idee, denn es gibt keine Parkmöglichkeiten. Huber: „Fahren Sie mit den Öffentlichen zur Wiesn.“ Auch werden rund um das Oktoberfest regelmäßig Kontrollen von Autofahrern stattfinden. Die Zufahrten werden von Pollern und Pflanzenkübeln aus Beton versperrt, die mit bunten Blumen den fröhlichen Charakter des Oktoberfests unterstreichen.
► Sexuelle Übergriffe: Der Einsatzleiter appellierte, Delikte schnell anzuzeigen. „Je schneller Anzeigen eingehen, desto schneller kann die Polizei einschreiten.“ Für Frauen gibt es einen „Safe Space“ hinter dem Schottenhamel-Festzelt.
► Flugverbot: 5,5 Kilometer um die Wiesn herum gilt das Beschränkungsgebiet – auch für Drohnen.
Videoüberwachung auf dem Oktoberfest
► Videokameras: 54 Videokameras überwachen jeden einzelnen Winkel des Oktoberfests. „Die Wiesn ist weltweit das sicherste Volksfest – wir haben einen sehr, sehr hohen Sicherheitsstandard“, so Huber.
► Cannabis: Kiffen ist auf dem Wiesn-Gelände verboten! Huber: „Es werden Bußgelder zwischen 500 und 1500 Euro verhängt. Das sollte man sich gut überlegen.“
Der dringende Appell der Polizei für die Großveranstaltung: „Passen Sie auf Ihre Taschen auf, lassen Sie nichts unbeaufsichtigt liegen, auch nicht unter den Tischen!“
Terror-Anschläge sorgen für mehr Sicherheitskräfte
Nach den mutmaßlich islamistischen Terrortaten von Solingen und München war bereits angekündigt worden, dass die Sicherheitsmaßnahmen verschärft werden. Es gibt mit mehr als 1500 Ordnern mehr Sicherheitspersonal als im Vorjahr. Sie sollen laut Festleitung erstmals an den Eingängen stichprobenartig und verdachtsabhängig die Hand-Metalldetektoren einsetzen.
Bundespolizei warnt vor Taschendiebstahl
Auch die Bundespolizei ist zum 189. Oktoberfest im Einsatz. Bis zu 200 Beamte regeln vorwiegend im Hauptbahnhof und auf der Hackerbrücke sowie der S-Bahn-Stammstrecke die An- und Abreise der Wiesn-Besucher.
In einer Mitteilung warnt die Bundespolizei vor Diebstahl: „Trotz der gut ausgebauten Kamerasysteme an den Bahnhöfen und in den Zügen kommt es insbesondere während der Wiesn-Zeit zu einer hohen Anzahl von Taschendiebstählen. Die Täter nutzen dabei gezielt die Menschenmengen, um unbemerkt tätig werden zu können. Zusätzlich nutzen sie die Unachtsamkeit von alkoholisierten sowie schlafenden Personen aus. Selbstschutz ist möglich, indem Wertsachen verschlossen in verschiedenen Innentaschen und nah am Körper getragen werden.“