Pflichtaufgabe erfüllt – aber mit einer gehörigen Portion Zittern!

Der FC Bayern schlägt Kellerkind Holstein Kiel mit 4:3, gewinnt auch das fünfte Bundesliga-Spiel des Jahres. Zwei Minuten vor Schluss führen die Münchner noch 4:1 – und werden dann viel zu lässig.

Kiels Steven Skrzybski erzielt einen Blitz-Doppelpack, trifft binnen 52 Sekunden doppelt in der Nachspielzeit. Plötzlich nur noch 3:4 aus Kieler Sicht! Und Holstein rennt nochmal an, hat aber keinen Abschluss mehr. Es bleibt beim knappen Bayern-Sieg.

Aber: Diese verrückte Schlussphase und der Leistungsabfall müssen Bayern Angst machen. Gerade vor den wartenden Top-Gegnern Celtic (12. und 18.02. in den Champions-League-Playoffs), Leverkusen (15.02.), Frankfurt (23.02.) und Stuttgart (28.02.) in der Liga.

Gegen Kiel bleibt Stürmer-Star Kane Bayerns Matchwinner, der Engländer erzielt ebenfalls einen Doppelpack.

Und trifft sogar zu schnell für Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß.

46. Minute: Kiel stößt zur zweiten Halbzeit an. Kane blockt einen Pass von Komenda – und dann geht’s schnell. Coman auf Guerreiro auf Kane, der Stürmer hebt den Ball aus zehn Metern über Keeper Weiner ins Tor. Es ist das 3:0, 41 Sekunden nach Wiederanpfiff.

Zu dem Zeitpunkt war Uli Hoeneß noch nicht zurück auf der Tribüne. „Sky“ blendet den ehemaligen Bayern-Macher kurz nach dem 3:0 ein, er verpasste den Treffer. Sportvorstand Max Eberl sitzt schon auf seinem Platz, trinkt einen Schluck aus seinem Pappbecher.

Kane trifft kurz vor und kurz nach der Pause!

In der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte der Engländer schon zum 2:0 eingeköpft. In seinem 50. Bundesliga-Spiel sind es Kanes Treffer 54 und 55 – Rekord!

Der Engländer in Top-Form – die Bayern sind es vor allem im 1. Durchgang aber nicht. Klar, Kontrolle und Überlegenheit, aber doch bieder und einfallslos.

Dazu anfällig bei Kontern! Kiel vergibt zwei Hochkaräter durch Harres (12.) und Holtby (25./Kim rettet auf der Linie).

Musiala (19.) und Gnabry (54.) erzielen die weiteren Bayern-Tore. Die Bayern fühlen sich beim 4:0 zu sicher, Porath leitet die Beinahe-Aufholjagd mit einem Volley-Tor ein (62.).

Abseits des Sportlichen: Vor Anpfiff präsentieren die Bayern-Fans eine große Choreografie zum Holocaust-Gedenktag (am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit). Ein großes schwarzes Spruchband mit der Aufschrift „Nie wieder ist jetzt“, dazu zahlreiche Fahnen mit Namen und Konterfeis verfolgter Bayern-Mitglieder in der Nazi-Zeit.

So gedenken die Münchner unter anderem ihrem ehemaligen Präsidenten Kurt Landauer, der 1938 verschleppt wurde, später ins Schweizer Exil flüchtete und nach dem Zweiten Weltkrieg für eine dritte Amtszeit als Bayern-Präsident nach München zurückkehrte (1947 bis 1951).