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Trump kündigt Lockerung von Ölsanktionen an

Angesichts der durch den Irankrieg gestiegenen Ölpreise will US-Präsident Donald Trump einige Ölsanktionen seines Landes aussetzen. Die Vereinigten Staaten würden „bestimmte ölbezogene Sanktionen aussetzen, um die Preise zu senken“, sagte Trump in Doral im US-Bundesstaat Florida. „Wir werden diese Sanktionen aufheben, bis sich die Lage wieder normalisiert“, sagte Trump. Er äußerte sich nicht dazu, welches Land oder welche Länder von dem Schritt profitieren könnten.

Zuvor hatte Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über den Ukraine-Krieg telefoniert. Es sei ein „positives Gespräch“ gewesen, sagte der US-Präsident. Der russische Sondergesandte Kirill Dmitriew hatte am Wochenende auf der Plattform X mitgeteilt, er diskutiere mit den USA über ein Ende der Sanktionen, da diese der Weltwirtschaft schadeten.

Vergangene Woche haben die USA bereits eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt, um es den Besitzern von derzeit festsitzenden Tankern mit russischem Erdöl zu ermöglichen, das Öl an Indien zu verkaufen. Dies soll den Druck auf den globalen Ölmarkt verringern.

Die USA hatten erst im Oktober Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil verhängt. Die US-Regierung begründete dies mit der Weigerung Putins, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Eine Aufhebung der US-Sanktionen gegen Russland würde das weltweite Ölangebot erhöhen, könnte aber die Bemühungen des Westens untergraben, Russland Einnahmen für den Krieg gegen ‌die Ukraine zu entziehen.

Gespräche mit G7 über Freigabe von Ölreserven

US-Vertreter führen auch Gespräche mit den G7-Staaten über eine gemeinsame Freigabe von Ölreserven. ‌US-Energieminister Chris Wright bestätigte am Montag, koordinierte Verkäufe aus der strategischen Reserve (SPR) würden geprüft. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Exportbeschränkungen für US-Energie schloss er aus.

Hintergrund der ⁠Überlegungen ist ein Anstieg der Öl- und Spritpreise in den USA. Die Trump-Regierung fürchtet, dass sich diese Entwicklung auf die Zwischenwahlen für den Kongress im November auswirken könnte. Seit Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran Ende Februar sind die Ölpreise zeitweise um mehr als 50 Prozent auf 119 US-Dollar pro Fass gestiegen. Am Montagabend verbilligte sich der Preis aber deutlich auf unter 90 Dollar, nachdem Trump mit Interview-Äußerungen Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs mit dem Iran geweckt hatte.

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