Langenargen (Baden-Württemberg) – Der Bodensee ist offenbar von einem massiven Fischsterben betroffen. Doch die vermeintliche Katastrophe freut viele Menschen an Deutschlands größtem Binnengewässer.
Der Stichling stirbt aus im „Schwäbischen Meer“. Eine gute Nachricht für Forscher, Bodensee-Fischer und die Gastronomen in der Urlaubsregion.
Alle fünf Jahre führt die Fischereiforschungsstelle in Langenargen (Baden-Württemberg) eine Bestandsaufnahme der Fische im See durch. Doch in diesem Jahr gab es ein überraschendes Ergebnis.
Bodensee war Anfang des Jahres voller Stichlinge
Forschungsstellen-Leiter Alexander Brinker: „Eigentlich müssten die Netze voll mit Stichlingen sein. Aber wir haben erst nur ein paar wenige Exemplare aus dem Wasser gezogen.“ Dabei habe die Population bis Anfang des Jahres noch mehr als 90 Prozent der Fische im Freiwasser ausgemacht.
Der Forscher sagt: „Eine Pandemie könnte für den Tod der Fische verantwortlich sein.“ Aber auch ein Parasit sei denkbar.
Für Forscher und Fischer sind die neuesten Zahlen eine hervorragende Nachricht. Denn die Stichlinge fraßen bislang dem heimischen Speisefisch, dem Felchen, das Plankton weg und machten sich über dessen Eier und Larven her.
Hotel-Chefin vom Bodensee will bald Felchen servieren
Bodensee-Experte Brinker: „Wenn sich das massenhafte Verschwinden der Stichlinge bestätigt, könnte das ein wirklicher Gamechanger für eine Erholung der Felchenbestände sein.“
Jubel bei den Gastronomen am See. Im Hotel „Schiff“ sagt die Chefin Sabrina Eichhorn zu BILD: „Das gibt uns große Hoffnung. Unsere Gäste fragen immer nach Felchen-Gerichten. Doch im vergangenen Jahr mussten wir erstmals seit 30 Jahren den Fisch von der Speisekarte streichen.“