Es war ein Schock-Angriff am Dienstagnachmittag: Hunderte Pager der islamistischen Hisbollah-Terroristen explodierten gleichzeitig im ganzen Libanon.
Mehr als 2700 Verletzte, zwölf Menschen starben – das ist die Bilanz einer präzisen Aktion, die dem israelischen Geheimdienst zugeschrieben wird. Am Mittwoch dann die zweite Welle an Explosionen: Zeitgleich detonierten etliche Funkgeräte der Terroristen in Beirut.
Die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) sind derweil auf alle Eventualitäten vorbereitet – auch darauf, dass die Hisbollah einen heftigen Gegenangriff starten könnte.
„In höchster Einsatzbereitschaft für jede Mission“
▶︎ Der Kommandeur des Nördlichen Kommandos, das direkt an der Grenze zum Libanon stationiert ist, Ori Gordin, sagte: „Die Mission ist klar – wir sind entschlossen, die Sicherheitslage so schnell wie möglich zu ändern. Die Kommandeure und Truppen hier sind voll und ganz engagiert und in höchster Einsatzbereitschaft für jede Mission, die ihnen zugewiesen wird.“
Der Stabschef der IDF, Herzi Halevi, hatte am Dienstagabend eine Lagebesprechung mit den höchsten Militärs durchgeführt, „mit Schwerpunkt auf der Angriffs- und Verteidigungsbereitschaft in allen Bereichen“, so die IDF in einer knappen Erklärung.
Gerade im Norden Israels ist die Situation seit Monaten brenzlig, da die Hisbollah tagtäglich Raketen auf Israel abfeuert. Nach dem koordinierten Angriff auf die Terrorgruppe im Libanon am Dienstag dürfte sich die Lage kurzfristig nicht entspannen.
„Der Schwerpunkt verlagert sich nach Norden, indem Ressourcen und Kräfte [dorthin] umgeleitet werden. Wir stehen am Beginn einer neuen Phase des Krieges, die von uns Mut, Entschlossenheit und Ausdauer erfordert“, sagte Israels Verteidigungsminister Yoav Gallant (65) am Mittwoch.
IDF-Übungen für den Ernstfall
Die IDF-Truppen des Nördlichen Kommandos führen in dieser Woche zwei Übungen durch, die sich auf die Einsatzbereitschaft im Gelände im Norden konzentrieren.
▶︎ Dazu gehört auch: die Simulation von Einsätzen in feindlichem Gebiet, die Evakuierung von Verwundeten vom Schlachtfeld unter Beschuss, die Einsätze der verschiedenen Kommandos der IDF und die Verteidigung der gesamten nördlichen Region.
Im Libanon bereitet sich die Regierung in Beirut nach eigener Aussage derweil auf „mögliche Szenarien“ eines israelischen Großangriffs vor.