Jetzt wird auch in der SPD über die K-Frage diskutiert: Münchens SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter (66) hat eine erneute Kanzlerkandidatur von Olaf Scholz (66) infrage gestellt. Und: Reiter brachte dessen Verzicht zugunsten von Verteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD) ins Gespräch!

„Natürlich kommt der beliebteste Politiker Deutschlands als SPD-Kanzlerkandidat infrage“, sagte Reiter dem „Tagesspiegel“ mit Blick auf Pistorius. „Wenn jemand wie Boris Pistorius ein solches Ansehen hat, muss die SPD auch darüber nachdenken, ob er die beste Wahl für die Kanzlerkandidatur ist oder ob man mit dem amtierenden Bundeskanzler ins Rennen geht.“

Während in der Union gerade alles auf CDU-Chef Friedrich Merz (68) als Kanzlerkandidaten zuläuft, ist in der SPD eigentlich der amtierende Kanzler als Zugpferd gesetzt. Doch Scholz zieht immer weniger, Pistorius ist bei den Wählern deutlich beliebter.

Wird Scholz ersetzt? Reiter: „Am Ende liegt die Frage bei keinem anderen als Olaf Scholz selbst“, so der Münchner OB. „Und die Initiative müsste dann von Olaf Scholz selbst ausgehen.“

Riesen-Lob für Pistorius

Für den Verteidigungsminister fand Reiter nur lobende Worte: Er sei der mit Abstand beliebteste Politiker, weil „er entscheidet, er erklärt, er hat klare Botschaften, er redet mit der Truppe“, sagte Reiter. „Er sagt, was er denkt, und er kämpft.“ Das mache Pistorius „authentisch“. Pistorius zeige, „welchen Unterschied eine deutliche, verständliche Sprache macht“.

Reiter forderte Kanzler Scholz dazu auf, seine Kommunikation zu intensivieren. „Die Menschen wollen einen Kanzler, der mit ihnen redet, der sie versteht, der weiß, was sie bewegt, der präsent ist“, sagte der SPD-Politiker.

Scholz hatte Ende Juli angekündigt, er wolle für die Bundestagswahl 2025 erneut Kanzlerkandidat der SPD werden.