Dresden – Das Hochwasser steigt in Dresden langsamer. Der Pegelstand der Elbe lag am Montag bei 5,66 Meter (Stand 12 Uhr). Den Scheitelpunkt erwarten Experten aber erst in zwei Tagen. Am Mittwoch (18. September) um 13 Uhr soll der Pegel bei 6,28 Meter liegen. Danach soll das Hochwasser wieder sinken.
Sollte der Regen weiter nachlassen, so wird sich der Fluss auf einem Wasserstand von knapp über sechs Meter einpegeln. Dann würde Dresden knapp die Alarmstufe drei erreichen. Ob sie wirklich ausgerufen wird, ist derzeit noch unklar.
Auch, wenn die Lage in der Landeshauptstadt von Sachsen immer noch besorgniserregend ist: Alarmstufe 4 (Gefahr für Leib und Leben) ab 7 Meter Höhe wird wahrscheinlich nicht erreicht. Die Katastrophe schwappt knapp am Freistaat vorbei.
Prof. Christoph Zielhofer vom Institut für Geografie der Uni Leipzig beobachtet den Pegelstand genau: „Natürlich haben solche Prognosemodelle einen gewissen Unsicherheitsfaktor, aber ich halte sie für relativ zuverlässig. Deshalb glaube ich, dass das Hochwasser keinesfalls so schlimm ausfällt wie 2002.“ Schließlich gebe es zur damaligen Höchstmarke von 9,40 Metern noch eine Differenz von deutlich über drei Metern.
Dresdens Umweltamtsleiter René Herold sagte am Nachmittag, die Modelle gingen derzeit von einem Höchststand bis 6 Meter aus. Um 16.30 Uhr lag der Pegel am Messpunkt Dresden bei 5,72 Metern.
Das in der Elbe liegende Brückenteil der Carolabrücke hebe den Hochwasserpegel oberhalb der Brücke noch mal um 20 bis 30 Zentimeter an.
Das Wetter wird besser, die Sonne kehrt zurück
Grund für die leichte Entspannung ist auch die allgemeine Wetterlage: Es wird nicht nur trockener, sondern eine Warmfront mit deutlich angenehmeren Temperaturen ist vorhergesagt: Ein Sonne-Wolken-Mix bei 23 Grad, der die nächsten Tage anhalten soll. Meteorologen hatten auch in Deutschland ein Jahrtausend-Hochwasser befürchtet – in Polen, Österreich und Tschechien ist die Lage weitaus ernster.
Helfer stapeln Sandsäcke vor dem Krankenhaus
Trotzdem laufen weiter Maßnahmen zum Schutz gegen die Fluten: Vor dem Diakonissenkrankenhaus wird ein Wall aus Sandsäcken aufgebaut. Das auf der anderen Seite der Elbe gelegene Universitätsklinikum arbeitet heute nur im Notbetrieb: Wegen eines Warnstreiks für höhere Entlohnung legt das Personal die Arbeit nieder.
Schon am Donnerstag könnte der Pegel auf 5,50 Meter fallen. Alle Bootshäuser an der Elbe, die Flutrinne im Sportpark im Ostra und die Parkplätze an der Pieschener Allee P 1. bis P3 sind nicht nutzbar. Die Schiffe der Weißen Flotte haben den Betrieb vorerst eingestellt.
Ob das Pichmännel-Oktoberfest am 26. September auf dem Festgelände an der Rinne in Elbnähe eröffnet werden kann, ist momentan noch unklar. Die Veranstalter können momentan nur eingeschränkt planen und vorbereiten.
+++ Update +++
Inzwischen teilten Vertreter Stadt auf einer Pressekonferenz am Nachmittag mit, dass das diesjährige Pichmännel-Oktoberfest nicht in der „Rinne“ aufgebaut wird, sondern auf das höher gelegene Messegelände nebenan umzieht.