Winsen (Niedersachsen) – Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht …
Am Donnerstag um 15.57 Uhr geht bei der Feuerwehr in Winsen an der Aller (Niedersachsen) der Notruf „Hauseinsturz“ ein. Als die Retter in der Köhlergasse vorfahren, ist die Giebelwand schon komplett in sich zusammengebrochen, einfach weg.
Dabei wollte der Eigentümer doch nur Schimmel entfernen. Nun ist das ganze Haus einsturzgefährdet.
So kam es zu dem Einsturz der Hauswand
Gemeindebrandmeister Oliver Herrmann erklärt gegenüber BILD, was an dem Haus los war: „Arbeiten am Fundament waren wohl unsachgemäß durchgeführt worden. Ringsherum war das Fundament ca. 80 Zentimeter tief freigelegt. Dadurch hatte es dann keine Tragkraft mehr.“
Glück im Unglück: Die Hauswand, hinter der das Kinderzimmer liegt, stürzte nach vorn in den Vorgarten. So blieben der fünfjährige Sohn und die dreijährige Tochter, die gerade in dem Raum spielten, unverletzt. Auch den Eltern und den zwei weiteren Töchtern (2 Jahre und 5 Monate) passierte nichts.
Das sagt der Vermieter der Immobilie
Seit mehreren Wochen waren der Vermieter und zwei Helfer mit Sanierungsarbeiten an dem mehr als 100 Jahre alten Haus beschäftigt.
„Ich musste das Streifenfundament austrocknen, weil im Erdgeschoss Schimmel ist. Dabei legten wir das Mauerwerk frei“, sagt der Eigentümer zu BILD. Doch dann sei plötzlich alles ganz schnell gegangen, er habe sich gerade noch in Sicherheit bringen können.
Wohnhaus wegen Einsturzgefahr komplett gesperrt
Seiner Meinung nach habe nichts darauf hingedeutet, dass das Haus durch diese Ausschachtungen gefährdet sein könnte, erklärt der Vermieter, der das Gebäude vor vier Jahren gekauft hatte.
Das Haus wurde komplett gesperrt. Ob es noch zu retten ist, entscheiden Statiker in den kommenden Tagen.
Der Vermieter hat jedoch wenig Hoffnung: „Da sind überall schon Risse, das wird man wohl abreißen müssen. Und das wird mir auch keine Versicherung zahlen.“
Familie kann im Haus nicht mehr wohnen
Fakt: Die Familie kann in dem Haus erst mal nicht mehr wohnen. Weil seine Mieter nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen können, muss die sechsköpfige Familie aus Niedersachsen erst einmal in eine Notunterkunft ziehen. „Zwei Wochen können wir in der Wohnung der Gemeinde bleiben, danach sind wir wohl obdachlos“, sagt Mutter Iljhama R. (26).
Ihr Mann Ljavdim H. (31) ist verzweifelt, weil sie komplett ohne Hab und Gut dastehen: „All unsere Sachen sind im Haus. Aber wird dürfen wegen der Einsturzgefahr nicht rein.“
Größer als der Schock scheint bei der Familie jedoch die Erleichterung darüber zu sein, dass keiner verletzt wurde. „Das Wichtigste ist, dass es unseren Kindern gut geht“, sind sich die Eltern einig.