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Alle 55 Uefa-Mitgliedsverbände haben dafür gestimmt, einen WM-Boykott zu unterstützen. Hintergrund ist der Protest gegen den Plan von Fifa-Präsident Gianni Infantino (56), Anteile an der WM an private Investoren zu verkaufen. In einem offiziellen Statement bestätigt der Verband das einstimmige Votum für den WM-Boykott bei einem Dringlichkeitstreffen.

Die Uefa: „Als Konsequenz der heutigen Beratungen werden keine Uefa-Nationalmannschaften an Fifa-Wettbewerben teilnehmen, solange diese Pläne weiterverfolgt werden – es sei denn, der Vorschlag wird vollständig zurückgezogen und die Fifa gibt verbindliche Garantien ab, dass sie ihre Führungsstrukturen oder Wettbewerbe niemals wieder für privates Eigentum öffnen wird.

Und weiter: „Die Uefa und ihre Mitgliedsverbände werden diese Pläne mit aller Entschlossenheit bekämpfen. Es gibt Momente, in denen Institutionen nicht danach beurteilt werden, was sie zu akzeptieren bereit sind, sondern danach, worauf sie sich niemals einlassen. Ein solcher Moment ist jetzt. Manche Dinge sind schlicht zu wichtig, um sie zu verkaufen. Die Fifa-Weltmeisterschaft gehört dem Fußball. Sie hat ihm immer gehört – und sie wird ihm immer gehören. Solange Europa eine Stimme hat, wird sie niemals zum Verkauf stehen.“

Uefa: „Mitgliedsverbände stehen geschlossen zusammen“

Außerdem erklärt der Verband: „Die Uefa und ihre 55 Mitgliedsverbände stehen geschlossen zusammen. Einstimmig und unmissverständlich lehnen wir den Vorschlag der Fifa ab, Eigentumsanteile an der Weltmeisterschaft und anderen Fifa-Wettbewerben an private Investoren zu übertragen.“

Die Uefa weiter: „Die Weltmeisterschaft darf nicht wie ein Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eines der größten Vermächtnisse des Fußballs. Über Generationen hinweg wurde sie von Spielern, Nationalmannschaften und Fans auf allen Kontinenten aufgebaut. Kein Teil dieses Erbes darf jemals an private Investoren abgegeben werden. Die Weltmeisterschaft steht nicht zum Verkauf.“

Dann kritisiert der europäische Verband mit deutlichen Worte die Pläne von Infantino, die er anscheinend im Alleingang beschlossen hat: „Es ist sowohl unverantwortlich als auch nicht zu rechtfertigen, dass ein Vorschlag von derart weitreichender Bedeutung für den Fußball im Geheimen entwickelt und beinahe zur Abstimmung gebracht wurde, ohne diejenigen ernsthaft einzubeziehen, die mit der Verantwortung für den Sport betraut sind. Das ist nicht nur ein schwerwiegendes Versagen der Führung, sondern auch eine Aufgabe der Fifa-Pflicht als Hüterin des Weltfußballs.“

Hintergrund: Den 211 Mitgliedsverbänden hat Infantino eine Frist bis zum 19. September gesetzt, um seinen Plänen zuzustimmen. Für die Zustimmung verspricht Infantino eine Sonderzahlung.

Dazu sagt die Uefa: „Den nationalen Verbänden auf der ganzen Welt wird nun ein Ultimatum gestellt: Entweder sie akzeptieren die unumkehrbare Beteiligung privater Investoren an den bedeutendsten Wettbewerben des Fußballs – oder sie müssen die Konsequenzen tragen. Das ist keine ‚demokratische Entscheidung’, sondern eine Form der Einschüchterung. Es ist ein Akt der Nötigung, der einer Institution unwürdig ist, die den Weltfußball verwalten soll.“