Er will weitermachen! Türkei-Nationaltrainer Vincenzo Montella (52) zieht nach dem peinlichen WM-Aus keine persönlichen Konsequenzen. Das hat der Italiener auf der Pressekonferenz vor dem letzten Gruppenspiel gegen Co-Gastgeber USA am Freitag (4 Uhr, MagentaTV und hier im Liveticker bei BILD) in Los Angeles verkündet.

Montella: „Wenn die Frage ist: Will ich zurücktreten? Dann ist die Antwort: Nein. Ich habe noch immer Energie und Leidenschaft. Wenn jemand will, dass ich zurücktrete, dann müssen sie akzeptieren, dass ich das nicht tun werde.“

Seine Argumente: Er sei der erste türkische Nationaltrainer, der ein Team sowohl zu einer EM als auch zu einer WM geführt habe: „Ich habe die Unterstützung des Präsidenten, das reicht mir. Und ich habe die Unterstützung der Spieler.“

Doch das heißt nicht, dass Montella auch nach der WM zwingend Türkei-Trainer bleiben wird. Denn auf der Pressekonferenz hat er lediglich deutlich gemacht, dass er weitermachen will. Trotzdem könnte ihn der Türkei-Verband nach der WM feuern.

Die Türkei steht nach zwei Pleiten gegen Australien (0:2) und Paraguay (0:1) schon vor dem USA-Spiel als Gruppenletzter fest und hat keine Chance mehr auf die K.o.-Runde.

Montella wehrt sich gegen Medien-Attacken

Bei der Pressekonferenz hat Montella auch eine leidenschaftliche Rede gehalten, dabei scharf gegen die türkischen Medien geschossen: „Es gab persönliche Attacken, die ich nicht akzeptieren kann. Ihr solltet nicht alles zerstören, alles wegwerfen.“

Besonders ärgert ihn ein Vorfall am Teamhotel der türkischen Nationalmannschaft. Hintergrund: Eine kleine Gruppe hatte das Türkei-Team beschimpft. Im Anschluss gingen Videos von der Aktion in den sozialen Medien viral.

Trotzdem sieht er auch Positives: „Es gab auch 50 Leute, die uns unterstützt haben.“ Seine Botschaft an die Kritiker: „Wir hatten 24 Jahre ohne WM-Teilnahme und jetzt sind wir hier. Das müssen wir den Leuten sagen. Es ist etwas Gutes, dass wir hier sind. Wir müssen zusammenstehen.“