Atlanta – Der Frust über das bittere WM-Aus sitzt bei ihm wohl noch tief. Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan (59) hat nach der dramatischen Achtelfinal-Pleite gegen Titelverteidiger Argentinien (2:3) schwere Manipulations-Vorwürfe gegen den Schiedsrichter und den Weltverband Fifa erhoben.
Nach Abpfiff redet sich Hassan in Rage, schimpft zunächst: „Ich werde sagen, was ich denke – ganz gleich, welche Konsequenzen das hat. Das war ganz klar ein manipuliertes Spiel, und die ganze Welt hat das gesehen. Wir waren besser als der Weltmeister, aber das Ergebnis ist durch interne und externe Faktoren beeinflusst worden.“ Und: „Wenn sie unbedingt wollen, dass Argentinien gewinnt, warum lassen sie dann überhaupt alle anderen Mannschaften am Turnier teilnehmen? Die Argentinier haben Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt.“
Hassan: „Es geht nur ums Geld“
Dann legt der Ägypten-Trainer nach, greift die Fifa an: „Es geht nur ums Geld. Sie wollen, dass Messi im Turnier bleibt.“ Damit wirft Hassan der Fifa vor, Argentinien um Superstar Lionel Messi zu bevorzugen, um so lange wie möglich von der Strahlkraft des Superstars bei der WM zu profitieren.
Dabei bekommt er Unterstützung aus seinem Team. Stürmer Mostafa Ziko (29) stimmt seinem Trainer zu, wittert ebenfalls Manipulation: „Glückwunsch an Argentinien zum WM-Titel. Das Turnier war manipuliert, sie brauchten nichts weiter. Es ist offensichtlich, dass ihr WM-Sieg geplant ist. Der Schiri war unfair, unfair, unfair, unfair.“
Aber was treibt sie zu diesen Manipulationsvorwürfen? Hintergrund: Aus Sicht der Ägypter hätte es vor dem 3:2 von Argentinien in der Nachspielzeit einen Elfer für Ägypten geben müssen. Dazu sagt Hassan: „Ein Elfmeter für uns ist nicht einmal vom VAR gecheckt worden.“
Ägypten hatte bis zur 79. Minute gegen den Weltmeister 2:0 geführt. Doch dann drehte Argentinien das Spiel, zog durch ein Tor von Enzo Fernandez in der Nachspielzeit doch noch ins Viertelfinale ein. Dort trifft der Titelverteidiger am kommenden Sonntag (3 Uhr) in Kansas City auf die Schweiz.