Mexiko-Stadt – Sämtliche Vorsichtsmaßnahmen haben nichts geholfen – in der Nacht vor dem WM-Achtelfinale Mexiko gegen England (Montag, 2 Uhr, Magenta TV live) haben sich wieder mexikanische Fans vor dem Team-Hotel der Three Lions versammelt und Lärm gemacht. Mit Trommeln, Feuerwerkskörpern und Musik versuchten sie, die Spieler von Thomas Tuchel (52) um den Schlaf zu bringen.
Das hatten sie schon vor dem ersten K.o.-Spiel vor der Herberge der ecuadorianischen Kicker getan. Daraufhin hatte sich der Ecuador-Verband offiziell bei der Fifa beschwert. Half nichts, die Mannschaft flog raus (0:2).
Immerhin hatte man dieses Mal Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Der englische Verband hatte angeblich mehrere Hotels gebucht, um Fans und lokale Medien zu verwirren. Auf mexikanischen Social-Media-Seiten ist sogar die Rede von bis zu 15 Herbergen, die Zahl ist aber nicht bestätigt.
Das tatsächliche Teamhotel sollte geheimgehalten werden. Das klappte nicht, und so verbreitete sich die Adresse der Nobel-Absteige in Santa Fe schnell im Internet.
WM: Mexiko-Fans machen nachts Radau
Dort hatten die Behörden zwar Barrikaden errichtet, Straßen gesperrt und eine Hundertschaft Bereitschaftspolizisten vor das Hotel gestellt. All das konnte jedoch nicht verhindern, dass sich die Fans in Hörweite des Hotels versammelten. Von einer nahegelegenen Brücke wurde Feuerwerk gezündet.
Einige Mexikaner versuchten auch, auf das Gelände des Hotels (5 Sterne, 15 Stockwerke, Normalpreis für das Doppelzimmer: 140 Euro) zu gelangen, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt.
Die englischen Betreuer hatten die Ruhestörung erwartet und vorsorglich Ohrstöpsel an die Truppe verteilt. Auf der Pressekonferenz am Samstag hatte Tuchel gesagt: „Wir haben Security rund um das Hotel und erwarten eine Nacht, in der wir gut schlafen können. Wir spielen um 18 Uhr, das heißt, wir haben im Zweifel auch noch Zeit, um mittags noch etwas zu schlafen. Aber ich möchte nicht über Probleme sprechen, die noch gar nicht existieren.“
Am Sonntagfrüh sagte dann ein Sicherheitsbeauftragter des englischen Verbandes zu Medien seines Landes: „Unsere Spieler haben sich von dem Krach nicht sonderlich aus der Ruhe bringen lassen.“