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Heute um 22.30 Uhr geht die WM für Deutschland richtig los: Sechzehntelfinale gegen Paraguay in Boston. Die Erwartungshaltung der Fußball-Nation ist klar: Ein Sieg ist Pflicht! Und dann steigt am Samstag in Philadelphia das Spiel, auf das alle schon seit der Auslosung im Februar warten: Der Kracher gegen Topfavorit Frankreich, die vorher noch gegen Schweden ran müssen.

WEITER ODER WEG!

Bundestrainer Julian Nagelsmann (38/Vertrag) braucht jetzt zwei überzeugende Spiele und muss zeigen, was in ihm und dem Team steckt: Paraguay schlagen und gegen Frankreich ein großes Spiel liefern. „Wenn wir ans Limit kommen, können wir alle Gegner schlagen“, betont Rudi Völler (66). „Wenn nicht, aber auch gegen einige verlieren.“

Wie gegen Ecuador (1:2) zuletzt. Wenn man sich in der Bundesliga umhört, kann genau diese Niederlage noch gefährlich für Nagelsmann werden. Denn: Hätte Deutschland auf dem Weg zum Frankreich-Kracher alle vier Spiele gewonnen und so eine Euphorie ausgelöst – auf die jetzt noch alle warten –, hätte Nagelsmann bereits Top-Argumente für sich gesammelt.

So verlief bisher nur eins der drei Spiele überzeugend: das 7:1 gegen Curacao zum Start. Beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste (Undav-Siegtor in der 94. Minute) hätten wir genauso gut verlieren können, wenn Goretzka sechs Minuten zuvor nach einem 80-Meter-Sprint nicht in höchster Not gerettet hätte. Danach folgte die Ecuador-Pleite. In der Gesamtbewertung zu wenig – NOCH.

Dass ausgerechnet Schatten-Bundestrainer Jürgen Klopp (59) dieses Wort bei der WM geprägt hat („NOCH stellt Nagelsmann die Mannschaft auf“), kann am Ende die Story des Turniers werden. Aber so weit ist es NOCH nicht.

Ich wünsche Nagelsmann und den Spielern, dass sie zeigen, was in ihnen steckt. Wieder mehr Siegeswillen, mehr Leidenschaft, mehr Erfolg. Kurz: mehr Undav-Gefühl. Wenn sich die Mannschaft zerreißt, steht die Nation sofort komplett hinter ihnen.

Rausgehen, Warmmachen, Weghauen. Beweist einfach, dass Ihr es könnt!