Jetzt schaltet sich auch die europäische Politik in den Fall Balogun ein. Durch einen Anruf bei Fifa-Boss Gianni Infantino (56) erwirkte US-Präsident Donald Trump (80), dass die Rot-Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun (25) für das WM-Achtelfinale gegen Belgien (1:4) aufgehoben wurde.
Die Entscheidung löste in der gesamten Fußballwelt Entsetzen aus. Ein eindeutiger politischer Eingriff in den Sport – der nun ein Nachspiel haben könnte. Mitglieder des Europäischen Parlaments fordern nun Ermittlungen gegen Infantino.
EU-Politiker fordern Infantino-Untersuchung
Am Dienstag verschickten die EU-Abgeordneten einen Brief, der an die 27 Fußballverbände der Europäischen Union adressiert ist. Wie das Nachrichtenportal „Euronews“ berichtet, fordert der Brief die Verbände auf, bei der Fifa formelle Schritte gegen Infantino einzuleiten und die Aufhebung der Balogun-Sperre untersuchen zu lassen.
So heißt es im Brief: „Wir sind der Meinung, dass es an der Zeit ist, dass die europäischen Fußballverbände, die alle Mitgliedsverbände der Fifa sind, eingreifen und die Fifa auffordern, die Entscheidungsprozesse zu untersuchen.“
35 Politiker haben den Brief bereits unterzeichnet. Der irische Abgeordnete Barry Andrews (59) sagt zu „Euronews“: „Wieder einmal haben wir gesehen, wie Infantino und die Fifa den Forderungen der Trump-Regierung nachgegeben haben.“ Für ihn sei die Fifa-Entscheidung „eine Schande und eine Pervertierung der Gerechtigkeit“. Dem „Euronews“-Bericht zufolge sollen bis zum Mittwochabend (18 Uhr) weitere Unterschriften gesammelt werden.
Zuvor hatte bereits die Uefa die Entscheidung kritisiert. In einer Mitteilung schrieb der europäische Dachverband, dass die Fifa „eine rote Linie“ überschritten habe. Der DFB schloss sich der Kritik ebenfalls an. DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65): „Ich bin mir mit der Uefa einig, dass dieser Vorgang nicht zu den Akten gelegt werden darf, zunächst aber unter den europäischen Fußballverbänden weiter besprochen werden muss.“