TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

East Rutherford – Es ist aktuell DAS WM-Thema: Die von der Fifa aufgehobene Rot-Sperre gegen US-Top-Torjäger Folarin Balogun (25). Laut übereinstimmenden Medienberichten soll US-Präsident Donald Trump (80) im Vorfeld persönlich Druck ausgeübt haben. Demnach soll Trump persönlich bei der Fifa angerufen haben, um Verbandsboss Gianni Infantino (56) zu bitten, die Rote Karte gegen Balogun zu überprüfen. Zu diesem möglichen Skandal hat sich jetzt auch Jürgen Klopp (59) mit deutlichen Worten geäußert und hält dabei eine Brandrede gegen Trump und Infantino.

Nach dem Achtelfinal-Sieg von Norwegen gegen Brasilien (2:1) sagt Klopp bei MagentaTV im Gespräch mit Expertin Tabea Kemme (34) und Moderator Johannes B. Kerner (61): „Wenn es tatsächlich so war, dass Trump und Infantino das miteinander ausgemacht haben, dann ist das verrückt.“ Und: „Man muss einmal ganz kurz sagen: Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel!“

Klopp: „Da gibt es keine zwei Meinungen“

Die DFB-Wunschlösung für den Bundestrainer-Job als Nagelsmann-Nachfolger erklärt: „Wir alle leiden unter Fehlentscheidungen. Trotzdem lernen wir alle im Laufe des Lebens, damit zu leben. Und das hier ist ganz einfach eine Tatsachenentscheidung. In der Vergangenheit sind so lächerliche Rote Karten gegeben worden, wo alle nachher sagen, das war keine Rote Karte. Und trotzdem bleiben sie bestehen, weil es Tatsachenentscheidungen sind.“

Über die Rot-Szene sagt Klopp zuvor: „Da gibt es keine zwei Meinungen. Das ist eine Rote Karte. So leid uns das tut, weil Balogun will das nicht. Aber das sagen die Regeln.“

Hintergrund: Balogun war im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) nach einem Luftduell unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners Tarik Muharemovic (23) gelandet. Der Schiri ließ zunächst weiterspielen, entschied erst nach VAR-Check auf Rot.

Auch Kerner kritisiert die Fifa-Entscheidung, die Rote Karte aufzuheben: „Das beschädigt das ganze Spiel, das ganze Turnier. Stell dir vor, der schießt ein Tor.“ Doch dazu könnte es möglicherweise gar nicht kommen. Denn Klopp stellt eine spannende Theorie auf: „Es gibt immer noch die Möglichkeit, dass die USA ihn theoretisch nicht aufstellen. Weil sie sagen, so wollen wir das nicht haben.“

Zuvor sagt Kemme: „Das hat auf jeden Fall Geschmäckle. Da muss auch die Fifa-Ethikkommission eingreifen, die genau solche Fälle ahnden und die Beweislage checken muss.“ Klopp daraufhin süffisant: „Steht der nicht auch Infantino vor?“