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Biddinghuizen (Niederlande) – Nicht nur Deutschland wird zum Backofen, sondern auch unser Nachbar, die Niederlande. Zehntausende Feierwütige wollten am Wochenende in Biddinghuizen (rund 7400 Einwohner) eigentlich ein Mega-Partywochenende feiern. Stattdessen bleibt es still: Defqon.1, eines der größten Festivals der elektronischen Musikszene, ist abgesagt – Alarmstufe Rot beim Wetter mit bis zu 40 Grad! In Abstimmung mit den Behörden haben die Veranstalter dem Festival den Stecker gezogen.

Plötzlich wurde die Musik unterbrochen

Bereits am Donnerstagmittag gaben die Verantwortlichen bekannt, dass man die Zahl der Besucher reduzieren wolle und Tagesgäste am Freitag und Samstag nicht mehr aufs Gelände lasse. In der Nacht dann die Komplettabsage! Eine böse Überraschung auch für diejenigen, die schon angereist waren – so wie BILD-Reporter Jörn Ehlert. „Die Stimmung war vor dem Abbruch extrem gut. Es war zwar superwarm, aber Probleme gab es keine.“ Er feierte gerade mit anderen bei einer sogenannten „Silent Party“ (Besucher haben Kopfhörer auf, suchen sich ihre Musik darüber selbst aus). Ehlert: „Über die Kopfhörer kam plötzlich die Nachricht, dass das Festival abgesagt wird. Es war alles sehr merkwürdig.“ 

Wenig später wurde bereits das Gelände abgesperrt, berichtet er weiter. „Wer noch etwas in den Schließfächern verstaut hatte und dort ran wollte – keine Chance.“ Die Stimmung unter den Besuchern ist dann gekippt.“ BILD-Leser Florian sagt zu BILD: „Es ist extrem frustrierend. Auf der Bühne war plötzlich Ende mit der Musik – warum, wussten wir nicht. Wir haben dann auf Instagram erfahren, dass das Festival gecancelt wird.“

Deshalb wird Defqon.1 abgesagt

Auf ihrem Account zeigten sich die Veranstalter des Mega-Festivals am Boden zerstört: „Das Unvorstellbare ist eingetreten. Defqon.1 wurde für den Rest des Wochenendes abgesagt.“ Die Begründung: „Heute haben wir die Nachricht erhalten, dass das Königlich Niederländische Meteorologische Institut (KNMI) aufgrund extremer Hitze eine Warnung der Stufe ,Rot‘ für mindestens die nächsten 24 Stunden herausgegeben hat.“ Es ist demnach das erste Mal, dass diese hohe Warnstufe ausgerufen worden sei – sie gilt aktuell allerdings nur für gewisse Landesteile und bedeutet: Warnung vor extremem Wetter, das eine große Auswirkung auf die Gesellschaft haben kann – mit Gefahr für Sicherheit, Verkehr, Infrastruktur und im schlimmsten Fall auch für Leib und Leben. Konkret sind im Landesinneren Temperaturen von 36 bis stellenweise 40 Grad vorhergesagt. „Gemeinsam mit den Behörden sehen wir uns daher gezwungen, die verbleibenden Tage von Defqon.1 abzusagen“, heißt es in der Erklärung der Defqon1.-Veranstalter weiter.

Reaktionen von verständnisvoll bis sauer

Für viele Besucher ist es nicht nur ein geplatzter Termin im Kalender, sondern ein emotionaler Schlag: monatelange Vorfreude, gebuchte Reisen, geplante Treffen mit Freunden aus ganz Europa – alles abgesagt. Auch BILD-Leser Florian ist enttäuscht. Er sagt aber auch: „Was willst du machen bei 40 Grad? Bevor etwas Schlimmes passiert, lieber absagen.“ Nicht alle sehen es so pragmatisch . Auf Instagram beschwert sich ein User: „In Las Vegas sind es 42 Grad, beim Coachella-Festival 38 und auch in Australien sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten finden alljährlich große Festivals bei extremer Hitze statt. Das Problem ist nicht die Temperatur, sondern der Umgang mit ihr.“ Ein anderer pflichtet bei: „Starte die Party am Samstag einfach neu, und jeder wird die Unterbrechung verstehen – aber ihr könnt nicht die ganze Show absagen!“

Was jetzt auf die Musik-Fans zukommt

Die Besucher müssen das Festivalgelände bis Freitag (26. Juni) verlassen. Die Tickets werden erstattet. Details dazu sind nicht bekannt und sollen bald folgen.