Wadephul sieht Nato trotz Kritik von Trump »stärker als je zuvor«
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hält die Nato trotz der deutlichen Kritik von US-Präsident Donald Trump auf dem Gipfeltreffen in Ankara nicht für geschwächt. »Die Nato ist stärker als sie je zuvor war«, sagte Wadephul den ARD-. Allerdings räumte er ein, Trumps Äußerungen gegen die Alliierten seien »irritierend« gewesen.
Trump hatte in Ankara gesagt, er sei »sehr verärgert« über die Bündnispartner. »Ich bin nicht zufrieden mit der Nato wegen dem, was sie mit Grönland gemacht haben, und ich bin nicht zufrieden mit der Nato, weil sie uns nicht gegen den Haupt-Unterstützerstaat des Terrorismus, den Iran, helfen wollten«, sagte der US-Präsident.
Spanien drohte er mit der Einstellung aller Handelsbeziehungen und bezeichnete das Land als »furchtbaren Partner«, weil es dem US-Militär im Krieg gegen die Iran die Nutzung von Stützpunkten verweigert hatte. Auch Deutschland nannte Trump als eines der Länder, die sich bei dem Krieg nicht hinter die USA gestellt hätten. Dennoch sprach Trump in seiner Abschluss-Pressekonferenz von einem »sehr erfolgreichen Nato-Gipfel«, lobte die »unglaubliche Liebe« und Einigkeit im Raum.
Deutschland ist »Kitt« im Nato-Bündnis
Auch Wadephul hob Einigkeit und Kooperation hervor. Am Ende des Nato-Gipfels in Ankara sei Trump ganz klar an der Seite aller Verbündeten in Europa gewesen, sagte der deutsche Außenminister. »In der heutigen internen Diskussion waren wir sehr einig und sehr klar beieinander. Und wir erleben auch die Amerikaner in allen Stäben, in allen politischen Diskussionen innerhalb der Nato als sehr zuverlässig«, beteuerte Wadephul.
Die Stärke der Nato zeigt sich laut Wadephul auch in den Beschlüssen des Gipfels. Die Nato »hat jetzt gezeigt, dass sie die Ukraine stark unterstützen kann. Sie hat sich auf neue Rüstungsprojekte, neue Kooperationen verständigt.« Es sei gut, dass Europa mehr Verantwortung im Bündnis übernehme, weil man dadurch weniger abhängig von anderen sei. Deutschland habe die Aufgabe ein bisschen »Kitt« im Bündnis zu sein.