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Osnabrück – Rüstungsgüter statt Autos. Im VW-Werk in Osnabrück (Niedersachsen) könnte bald serienmäßig Militärausrüstung produziert werden. Nach BILD-Informationen steht eine Einigung mit einem Rüstungsunternehmen kurz bevor. Dabei soll auch das Land Niedersachsen als Anteilseigner des Autobauers eine zentrale Rolle spielen.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, plant der israelische Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems die Herstellung von Unterstützungsausrüstung für das Luftverteidigungssystem „Iron Dome“ (Eiserne Kuppel) in Deutschland. Dazu sollen schwere Lastwagen für den Transport von Raketen, Abschussvorrichtungen und Stromgeneratoren gehören.

Damit die Kooperation zustande kommt, bedarf es allerdings eines organisatorischen Umwegs. Volkswagens Großaktionär Katar soll Einwände gegen das Engagement des israelischen Unternehmens haben. Deshalb gibt es Gedankenspiele, dass das Land Niedersachsen Teile des Werks Osnabrück übernimmt und ein Gemeinschaftsunternehmen mit Rafael gründet. Damit würde VW nicht direkt mit dem israelischen Staatskonzern zusammenarbeiten und die Bedenken des katarischen Staatsfonds würden umgangen, berichtet Bloomberg.

„Wir prüfen derzeit, ob und in welcher Form eine Beteiligung an einer möglichen industriellen Zukunftslösung für den Standort Osnabrück in Betracht kommen kann“, erklärt Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (59, SPD). „Der Standort verfügt über hoch motivierte Kollegen und größtes technisches Know-how – diese Basis wollen wir für eine tragfähige wirtschaftliche Zukunft nutzen.“ Wie die „HAZ“ berichtet, könnte es sich bei dem Einstieg des Landes um ein Volumen von 200 Millionen Euro handeln, möglicherweise unter Beteiligung des Bundes.

Eine Vereinbarung mit Rafael könnte Berichten zufolge bereits im September unterzeichnet werden. Sie soll auch ein Thema bei der VW-Aufsichtsratssitzung am 4. September sein. Fest steht: Im kommenden Jahr läuft die Produktion des T-Roc-Cabrios in Osnabrück aus. Der VW-Konzern hat mit dem Betriebsrat vereinbart, nach Möglichkeiten für eine weitere Nutzung des Werks zu suchen. Bislang wurden an dem Standort nur einzelne Prototypen von Militärfahrzeugen produziert.