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Berlin/Washington – Diese Warnung aus Washington dürfte beim deutschen Auslandsgeheimdienst für Alarm gesorgt haben! Nach der Festnahme des früheren BND-Präsidenten August Hanning (80) am 6. Oktober sollen die US-Geheimdienste dem Bundesnachrichtendienst mitgeteilt haben, dass die bisherige Zusammenarbeit auf den Prüfstand komme. Das berichten WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Regierungskreise.

Die Warnung der Amerikaner soll nur wenige Tage nach Hannings Festnahme beim BND eingegangen sein. Zwar sei Deutschland weiterhin ein wichtiger Partner. Die bisherige Kooperation werde jedoch überprüft. Bei dringenden Gefahren wie möglichen Terroranschlägen wollten die USA demnach weiterhin Informationen liefern. In den vergangenen Jahren waren es wiederholt amerikanische Dienste, die deutschen Ermittlern wichtige Hinweise zu möglichen Tätern lieferten – und so Anschläge verhinderten.

Große Verunsicherung beim BND

Für den BND ist die Situation hochsensibel: Laut dem Bericht sorgte bereits die Ankündigung intern für große Verunsicherung. Führungskräfte sollen jede Veränderung beim Informationsaustausch mit den USA sofort melden.

Ob Washington tatsächlich weniger Geheimdienstinformationen liefert, ist allerdings unklar. Sicherheitskreise erklären, die Zusammenarbeit befinde sich im „Normalzustand“. Lediglich einige Arbeitsgespräche seien verschoben und inzwischen neu angesetzt worden. Mehrere Mitarbeiter hätten dagegen den Eindruck, dass Umfang und Qualität der Informationen aus den USA zurückgegangen seien.

Können die US-Dienste uns nicht mehr vertrauen?

Hintergrund: Gegen Hanning stehen schwere Vorwürfe im Raum. Der Generalbundesanwalt wirft ihm unter anderem versuchten Landesverrat, das Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und geheimdienstliche Agententätigkeit vor.

Hanning soll jahrelang über seinen früheren Büroleiter Manfred D. an sensible BND-Dokumente gelangt sein. In mindestens einem Fall soll er versucht haben, geheime Informationen an ausländische Stellen weiterzugeben. Hannings Verteidiger weist die Vorwürfe zurück.

Das volle Ausmaß der Hanning-Affäre ist noch offen. Laut dem Bericht stellte das BKA bei Hanning Hunderte weitere Unterlagen sicher, die nun ausgewertet werden. Untersucht wird auch, wie sein früherer Büroleiter über Jahre an Dokumente gelangt sein könnte.