Groningen (Niederlande) – Das Sturmtief „Manja“ peitscht über die Nordsee und hat vor der niederländischen Insel Schiermonnikoog den Schwerlastfrachter „UHL Freedom“ von seinem Anker gerissen! Die Folge: Das Schiff (150 Meter lang und 26 Meter breit) trieb manövrierunfähig durch die tobende See vor der Ferieninsel. Drei der 25 Besatzungsmitglieder wurden an Bord des Schiffes verletzt. Zwei der Verletzten mussten mit einem Hubschrauber in die Universitätsklinik von Groningen geflogen werden.
Zur Art der Verletzungen gebe es noch keine Informationen, sagte ein Sprecher des niederländischen Rettungsdienstes KNRM. Die Einsatzkräfte des KNRM wurden auch durch zwei Rettungsboote aus Deutschland (u.a. der Seenotrettungskreuzer „Hamburg“) unterstützt.
Der Havarist driftete mit Wind und Strom
Nach niederländischen Angaben hielt an dem unter portugiesischer Flagge fahrenden Schwergutfrachter (Baujahr 2021) der ausgebrachte Anker nicht. „Der Havarist driftete deshalb mit Wind und Strom. Aufgrund von Motorproblemen stand zudem nur eine eingeschränkte Maschinenleistung zur Verfügung. Im Einsatzgebiet herrscht Sturm der Stärke neun Beaufort aus westlichen Richtungen“, hieß es weiter von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Neun Beaufort entspricht Windgeschwindigkeiten von rund 75 bis 88 km/h.
Hubschrauber brachte Hilfe an Bord
Die deutschen Seenotretter wurden am Sonntagnachmittag gegen 14 Uhr durch das niederländische Joint Rescue Co-ordination Centre (JRCC) Den Helder (Niederlande) über die Geschehnisse rund 30 Kilometer westlich der Ostfriesischen Insel Borkum informiert.
Zudem flog ein niederländischer Such- und Rettungshubschrauber zu dem Havaristen und brachte medizinisches Personal an Bord, das sich um die verletzten Besatzungsmitglieder kümmerte.
Schiff mit Flügeln von Windrädern beladen
Zur Absicherung der Rettungsmaßnahmen waren insgesamt vier Rettungs- und Einsatzschiffe vor Ort. Zudem haben derzeit der niederländische Notfallschlepper „Guardian“ und der deutsche Notfallschlepper „Nordic“ Kurs auf den Havaristen genommen.
Zu dem Unglück kam es, als das Schiff sich im sogenannten Ankergebiet 9 der Nordsee befand. Dabei handele es sich um eine Art maritimen Wartebereich, in dem Schiffe vor Anker gehen können. Das eigentliche Ziel der „UHL Freedom“ war nach Angaben der Schiffsverfolgungs-Plattform „Vessel Finder“ der Seehafen von Emden (Niedersachsen). Ein Sprecher der niederländischen Küstenwache sagte, das Schiff habe unter anderem Flügel für Windräder geladen.