Ukrainische Justiz sieht eigenen Staat nicht hinter Pipeline-Sprengung
Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben bislang keine Belege für eine Verwicklung staatlicher ukrainischer Stellen in die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines gefunden. Die Ermittlungen liefen aber weiter, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Dafür arbeite man auch mit den deutschen Behörden zusammen. »Die Ukraine ist bereit, zur Aufklärung aller tatsächlichen Umstände beizutragen«, hieß es in der Mitteilung.
Anfang Juli hatte die deutsche Bundesanwaltschaft Anklage gegen den inhaftierten ukrainischen Ex-Soldaten Serhij K erhoben. Ihm wird vorgeworfen, der Organisator der Sprengungen zu sein, die im September 2022 am Boden der Ostsee die zwei Erdgasleitungen zwischen Russland und Deutschland außer Gefecht setzten. Die deutschen Behörden gehen davon aus, dass die Sabotage im Auftrag des ukrainischen Staates erfolgte. Wann der Prozess eröffnet wird, ist noch unklar.
Anschläge richteten sich gegen russischen Gaslieferungen
Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft begründete ihre eigenen Ermittlungen nicht mit der Anklage in Deutschland. Die Nachforschungen würden in allen Fällen angestellt, die möglicherweise ein russisches Kriegsverbrechen darstellen.
Der Verdächtige Serhij K. war im vergangenen August in Italien festgenommen und im November nach Deutschland überstellt worden. Er bestreitet die Vorwürfe. Den deutschen Ermittlern zufolge soll Serhij K., der 2022 aktiver Offizier der ukrainischen Armee war, gemeinsam mit anderen Militärangehörigen die Anschläge geplant und ausgeführt haben. Ziel sei es gewesen, die Gaslieferungen dauerhaft zu unterbinden und so die Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine zu schwächen.