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Mar-a-Lago (Florida) – Halloween in Mar-a-Lago: Der US-Präsident Donald Trump (80) feiert in seinem Club in Florida und macht am Rande der Party eine Ansage, die vor allem in Brasilien aufmerksam verfolgt werden dürfte. Der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flavio Bolsonaro kann nach Trumps Worten auf unbestimmte Zeit in den USA bleiben.

„Er kann hier so lange bleiben, wie er will“, sagte Trump am Samstagabend vor Reportern. Über die brasilianische Präsidentschaftswahl sagte er: „Meiner Meinung nach war die Wahl eine Schande.“

Bolsonaro hatte Brasilien verlassen, nachdem er die Wahl gegen den linken Amtsinhaber Luiz Inacio Lula da Silva (81) verloren hatte. Kurz nach seiner Niederlage ordnete ein brasilianischer Richter an, seinen Reisepass einzuziehen. Gegen Bolsonaro wird wegen Geldwäsche ermittelt, die Polizei stufte ihn als fluchtgefährdet ein.

US-Präsident keine Pläne, Bolsonaro zu treffen

Für seine Einreise in die USA erhielt Bolsonaro eine sogenannte „humanitarian parole“, eine humanitäre Sondergenehmigung. Sie ist in der Regel auf ein Jahr befristet. Trump machte nun deutlich, dass Bolsonaro aus seiner Sicht länger bleiben kann. Ein persönliches Treffen ist allerdings offenbar nicht geplant. Der US-Präsident sagte, er habe derzeit keine Pläne, Bolsonaro zu treffen.

Der Fall könnte auch die Beziehungen zwischen Washington und Brasília weiter belasten. Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio am Rande eines G20-Treffens in Atlanta mit dem brasilianischen Außenminister Mauro Vieira gesprochen.

Rubio erklärte, die US-Regierung sei „nicht direkt an den Schritten beteiligt“ gewesen, die zu Bolsonaros Ausreise geführt hätten. Gleichzeitig soll nach Medienberichten ein Mitarbeiter des Weißen Hauses bei der Organisation der Reise geholfen haben.

Besonders brisant ist die Geschichte wegen Bolsonaros Familie: Sein Vater Jair Bolsonaro, Brasiliens rechtsextremer Ex-Präsident, sitzt wegen der Planung eines Putsches nach seiner Wahlniederlage 2022 im Gefängnis. Auch Lula war bereits in Haft. Der heutige Präsident verbrachte 2018 und 2019 wegen Korruptionsvorwürfen 17 Monate im Gefängnis. Das Verfahren wurde später eingestellt.