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Berlin – Arbeitslosigkeit gehört hier zum Berufsalltag – der eigene Job ist dagegen besonders gut abgesichert: Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) greift für Beschäftigte ab 40 ein besonders starker Kündigungsschutz: Wer mindestens 40 Jahre alt ist und mehr als 15 anrechenbare Beschäftigungsjahre zusammenhat, ist quasi unkündbar! Möglich ist dann nur noch eine Kündigung aus „wichtigem Grund“ – etwa bei Diebstahl am Arbeitsplatz oder Betrug.

Bemerkenswert: Die 15 Jahre müssen nicht bei der Arbeitsagentur verbracht worden sein. „Beschäftigungszeiten außerhalb der BA werden angerechnet“, erklärt eine Sprecherin zu BILD. Voraussetzung: Die Zeiten wurden bei der Einstellung als einschlägige Berufserfahrung anerkannt.

Die BA erklärt auf BILD-Anfrage, dass sich ihre Arbeitsbedingungen am Tarifvertrag des Bundes orientieren. Vergleichbaren Kündigungsschutz gibt es tatsächlich auch bei Ländern und Kommunen im öffentlichen Dienst.

Wie häufig die BA tatsächlich kündigt

Und wie sieht es in der Praxis aus? Die BA nennt auf BILD-Anfrage für 2025 insgesamt 745 Arbeitgeberkündigungen. Gemessen an ihren 115.931 Beschäftigten Ende 2025 sind das rechnerisch 0,64 Prozent – rund sechs Kündigungen je 1000 Mitarbeiter. Von Januar bis September 2026 waren es bisher 464 Kündigungen.

Zur Einordnung: Eine Studie des gewerkschaftsnahen „Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts“ (WSI) nennt bundesweit rund 919.000 vom Arbeitgeber gekündigte Beschäftigte für 2024. Bezogen auf die vom Statistischen Bundesamt ausgewiesenen rund 42,3 Millionen Arbeitnehmer ergibt das rechnerisch bundesweit etwa 22 Kündigungen je 1000 Beschäftigte. Der bundesweite Wert läge damit rechnerisch etwa dreieinhalbmal so hoch wie der BA‑Wert. Weil die Zahlen aus verschiedenen Jahren stammen, ist ein direkter Vergleich allerdings schwierig.

Außerdem endeten bei der BA 2025 insgesamt 1412 Arbeitsverhältnisse durch Befristung, bis September 2026 weitere 1173.

Bis zu 6480 Euro für Teamleiter

Zum besonders sicheren Job kommen diese Gehälter – die BA nennt BILD folgende monatliche Bruttobeträge für Vollzeit, jeweils vom Einstieg bis zur höchsten Erfahrungsstufe:

  • Fachassistenten: rund 3241 bis 4294 Euro brutto monatlich, je nach Dienstposten zusätzlich 83 Euro Zulage. Das Weihnachtsgeld beträgt 95 Prozent des durchschnittlichen Monatsgehalts von Juli bis September einschließlich Zulage – im BA-Beispiel rund 3158 bis 4158 Euro zusätzlich.
  • Arbeitsvermittler: mit üblicher Zulage rund 4325 bis 5757 Euro brutto monatlich. Das Weihnachtsgeld beträgt 90 Prozent des durchschnittlichen Monatsgehalts einschließlich Zulage – im BA-Beispiel rund 3893 bis 5181 Euro.
  • Teamleiter: mit der genannten Zulage rund 4763 bis 6480 Euro, plus rund 4287 bis 5832 Euro Weihnachtsgeld.

Referenten in der Zentrale können in Tätigkeitsebene I bis zu 7567 Euro Grundgehalt pro Monat erreichen. Dazu kommen noch Zulagen und Sonderzahlungen.

Ab nächstem Jahr sogar 31 Urlaubstage

Auch beim Urlaub gibt es ein Plus: Ab 2027 erhalten BA-Mitarbeiter bei einer Fünftagewoche 31 statt 30 Urlaubstage – ebenso wie Tarifbeschäftigte von Bund und Kommunen. Hinzu kommen eine reguläre 39-Stunden-Woche und betriebliche Zusatzversorgung.

Trotzdem plant die BA langfristig einen Stellenabbau: Bis 2032 sollen rund 7800 Stellen wegfallen – „vorwiegend durch altersbedingte Abgänge“, erklärt eine Sprecherin zu BILD.