Fulda – Seit fast 80 Jahren gehört dieser Name zum deutschen Lebensmittelhandel. Doch jetzt steht Tegut vor dem Aus: Die Regale der traditionsreichen Supermarktkette leeren sich, immer mehr Filialen schließen ihre Eingangstüren. An zahlreichen Standorten ist bereits endgültig Schluss.
So wie im hessischen Groß-Zimmern, wo sich sonst die Kundschaft durch die Gänge schob, herrscht heute gähnende Leere. Keine Ware in den Regalen, vor dem Eingang steht ein Bauzaun. Ein handgeschriebener Zettel informiert darüber, dass der Markt bereits geschlossen ist. Die restlichen Filialen bleiben nur noch wenige Wochen geöffnet – bis kurz vor Weihnachten.
Wann der letzte Tegut schließt
„Die Tegut-Filialen, für die noch kein Nachfolger gefunden wurde, werden voraussichtlich bis zum 19. Dezember 2026 geöffnet sein“, teilte die bisherige Eigentümerin Migros Zürich, eine Schweizer Genossenschaft, mit. Allerdings laufen weiterhin Verhandlungen mit möglichen Käufern.
Was mit Filialen und Mitarbeitern passiert
Damit verschwindet Tegut nicht überall ersatzlos. Die Unternehmen Edeka, Rewe und Tante Enso sollen insgesamt 252 Standorte übernehmen. Den größten Teil sichert sich Edeka.
Das Kartellamt gab die Übernahme von 178 Tegut-Märkten durch Edeka frei. Mehr als 3700 Beschäftigte erhalten dadurch laut Edeka-Chef Markus Mosa eine neue Perspektive. Auf 24 weitere Standorte muss der Lebensmittelriese allerdings verzichten, weil die Behörde dort Nachteile für den Wettbewerb befürchtet.
Wer sich Sorgen um das Aus macht
Die Schließungen treffen aber nicht nur Kunden und Mitarbeiter. Auch der Hessische Bauernverband blickt mit Sorge auf das Tegut-Aus. Regionale Erzeuger könnten wichtige Absatzmöglichkeiten verlieren. „Jede Einschränkung regionaler Vermarktungsmöglichkeiten kann für die betroffenen Betriebe problematisch sein, wenn Absatzwege wegfallen oder neu organisiert werden müssen“, erklärte eine Sprecherin.
Supermarktkette macht Schluss
Tegut betrieb zuletzt rund 300 Standorte und beschäftigte knapp 7500 Menschen. Die Supermarktkette wurde 1947 in Fulda gegründet und gehörte seit 2013 zur Schweizer Migros-Gruppe. Im März hatte Migros angekündigt, einen Käufer für das Unternehmen zu suchen. Jetzt steht fest: Auch der Name Tegut soll vom deutschen Lebensmittelmarkt verschwinden.