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Dendermonde – Nach dem Goldschatz kommen die Goldgräber – und die Spinner. Vor wenigen Tagen entdeckte ein junger Arbeiter auf einer Baustelle im belgischen Dendermonde 49 Goldbarren und mehrere tausend Münzen. Der Schatz, rund 9 Millionen Euro wert, war offenbar vor Jahrzehnten in die Wand einer ehemaligen Brauerei eingemauert worden. Medien berichteten weltweit über den Sensationsfund, von der „New York Times“ bis zum norwegischen Fernsehen.

Das lockt Glücksjäger an, unter den absurdesten Erklärungen und aus den mysteriösesten Gründen. „Wir bekommen E-Mails aus allen Ecken der Welt“, schreibt die Polizei Dendermonde (Belgien) auf ihrer Facebook-Seite. „Von potenziellen Besitzern oder Experten, die ihre Hilfe anbieten möchten.“

„Habe in meinem früheren Leben Gold versteckt“

„Sogar aus dem Jenseits“ seien Hinweise eingegangen, sagt Polizei-Chef Patrick Feys in einem Interview mit dem Sender VRT NWS: „Jemand erinnerte sich aus seinem früheren Leben daran, irgendwo Gold versteckt zu haben, wusste aber nicht mehr genau wo. Er sagte, es sei etwa 60 Jahre her und es sei echtes Gold.“

„Mein Opa steckte das Geld in die Wand“

Aus Lettland kam laut Polizei u.a. diese Anfrage: „Jemand berichtete von seinem Großvater, der damals angeblich in Dendermonde gearbeitet hat, wahrscheinlich in der Brauerei Van Assche. Der Opa kehrte dann in seine Heimat zurück und sagte sein ganzes Leben lang: ‚Ich bin Millionär, ich habe mein Geld irgendwo in der Wand versteckt.‘ Aber er wusste nicht mehr genau, wo.“

Schatzsucher schleichen sich auf Baustelle

Goldgräberstimmung kam auch an der Baustelle des Hauses auf, das inzwischen der gemeinnützigen Organisation CAW gehört. Immer wieder kamen nach der Fundmeldung Menschen vorbei. Daraufhin gab die Polizei einen „goldenen Ratschlag“, schrieb: „Es ist eine gefährliche Baustelle, umzäunt, mit gefährlichen Gruben.“ Man habe „alles abgesucht“, es sei „definitiv alles weg“!

Schatz liegt jetzt im Hochsicherheitstresor

Der Millionenschatz, den als Erster der Student Kobe (18) auf der Baustelle entdeckt hatte, lagert inzwischen in einem Hochsicherheitstresor des belgischen Staates. Wie es damit weitergeht? „Für versteckte Gegenstände gelten besondere Regeln“, erklärt Sharon Beavis vom Justizministerium gegenüber VRT NWS.

Student hofft auf 4,5 Mio. Euro Finderlohn

Meldet sich der rechtmäßige Eigentümer nicht binnen fünf Jahren, dann gelte Folgendes: „Der Finder erhält die Hälfte, der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Fund gemacht wurde, die andere Hälfte.“ Das wäre die gemeinnützige Organisation CAW.

Woher der Goldschatz stammt? Dazu hat der ehemalige Bürgermeister von Dendermonde, der Historiker Piet Buyse, eine Theorie. Er glaubt, dass die reiche Bierbrauer-Familie Van Assche ihn eingemauert hat. „Der Goldschatz stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals besaß die Familie Van Assche bereits ein sehr großes Vermögen. Es ist durchaus möglich, dass sie dieses Vermögen in Gold angelegt haben“, sagt er laut VRT NWS. Nachdem der letzte Nachkomme 1982 verstorben war, wurde das Gebäude der Abtei Dendermonde geschenkt, mit der Bedingung, es für einen guten Zweck zu nutzen.

Polizei prüft „kriminelle Verbindung zum Gold“

Und was passiert jetzt mit dem Schatz? Laut Polizei prüfe man mit der Staatsanwaltschaft, ob es „eine kriminelle Verbindung zum Gold gibt“. Der Rest sei eine zivilrechtliche Angelegenheit. Menschen, die als potenzielle Besitzer infrage kommen, sollen einen Anwalt oder Notar beauftragen, ihre Ansprüche zu klären. Bis dahin bleibt der geheimnisvolle Schatz im Tresor.