Da stockte den über 2000 Zuschauern in der Anhalt-Arena der Atem. Kurz vor Ende der Handball-Zweitligapartie des Dessau-Rosslauer HV gegen den SC DHfK Leipzig kam es zu schlimmen Szenen im Ost-Derby.
Beim überraschenden 36:33-Sieg des Außenseiters Dessau gegen den Aufstiegsfavoriten Leipzig sorgt Gäste-Spieler Moritz Preuss mit einer völlig übermotivierten Abwehraktion für einen Schockmoment. Opfer der unnötigen Attacke ist Dessaus Marcel Nowak.
Handballer im Tragesack aus Halle geschleppt
Es ist die 56. Minute, Dessau führt 32:29 und hat Ballbesitz. Leipzigs Abwehr lässt sich in einer Zwei-gegen-Zwei-Situation düpieren, für Linkshänder NowMarcel Nowak entsteht eine Riesenlücke und klare Torchance. Dann kommt Preuss.
Der Leipziger schubst Nowak nach dessen Absprung in der Luft, der Dessauer verliert in der Luft jegliche Körperkontrolle und knallt mit voller Wucht auf die Platte. Nowak schreit sofort auf, bleibt liegen und hält sich den Rücken.
Nachdem Nowak mühsam wieder auf den Rücken gedreht ist, wird sofort medizinisches Personal zu Hilfe gerufen. Die Live-Bilder von Streaming-Dienst Dyn zeigen, dass sich Nowaks Atmung offenbar plötzlich beschleunigt, Brustkorb und Oberbauch heben und senken sich im Eiltempo. Sanitäter bringen einen Tragesack (auch Transporttuch genannt), Spieler und Ersthelfer schleppen den verletzten Spieler aus der Halle, Nowak wird ins Klinikum gebracht.
Übeltäter Preuss ist zugute zu halten, dass er die ganze Zeit über beim verletzten Spieler bleibt, ihn teilweise beruhigt. Bisher gibt es allerdings keine offizielle Mitteilung der Dessauer über die Verletzungsschwere bei ihrem Spieler. Preuss sah für seine Aktion Rot.
Dessau hat sich durch den eventuell teuer erkauften Heimsieg Luft im Abstiegskampf verschafft. Das schaffte auch Ex-Meister TuSEM Essen durch den 33:30-Sieg beim TV Hüttenberg. Für die Leipziger bedeutet die zweite Saisonniederlage einen herben Rückschlag im Aufstiegskampf.